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Formel 1
08.07.2017

Ricciardo lauert auf seine Chance

Daniel Ricciardo feierte den Sieg beim Rennen in Baku.
Foto: dpa

Der Australier profitierte in Baku von Vettels Aussetzer. In Spielberg will er wieder feiern – auf seine eigene Art

Von der musizierenden Trachtengruppe vor dem Red-Bull-Motorhome in Spielberg lässt sich Daniel Ricciardo nicht ablenken. An österreichische Folklore hat sich der australische WM-Vierte als Zögling des hauseigenen Nachwuchsprogramms gewöhnt. 2014 war Ricciardo zum Red-Bull-Teamkollegen des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Sebastian Vettel befördert worden. Der Mann aus Perth kennt den heutigen Star von Ferrari bestens. „Sebastian wäre der ältere Bruder, der als Vorbild vorangehen will und einen tadelt, wenn man eine Dummheit begehen will“, meinte Ricciardo lachend auf die Frage, mit welchem Familienmitglied er Vettel vergleichen würde.

Mit drei Siegen stellte Ricciardo den damals von Dauerrückschlägen gefrusteten Heppenheimer in ihrer gemeinsamen Saison sogar in den Schatten. Dass sich Vettel wie in Baku vor zwei Wochen zu einem Ausraster hinreißen lässt, kann er nachvollziehen. „Es hat mich nicht überrascht, ich verstehe aber, dass dich beim Rennfahren manchmal Gefühle überwältigen können. Solche Sachen passieren einfach“, meinte Ricciardo über Vettels Rüpelattacke gegen Lewis Hamilton.

Der 116-malige Grand-Prix-Teilnehmer, dessen Vater Joe in Sizilien geboren wurde, profitierte von dem Eklat und raste zu seinem fünften Formel-1-Sieg. Ob sich der mit einem prallen Sündenregister belastete Vettel von der drohenden Sperre beeinflussen lasse, sieht Ricciardo differenziert. „Vielleicht ein kleines bisschen“, antwortete der 28-Jährige auf eine entsprechende Frage. „Ich denke aber, er wird immer noch versuchen, genauso Rennen zu fahren, wie er es sonst auch macht. Wenn es einen Vorfall geben sollte, wird er sicher genau darüber nachdenken, bevor er handelt.“

Mercedes und Ferrari kann Red Bull in dieser Saison nur in Ausnahmen herausfordern. Das Chassis kann die Defizite des Renault-Motors nicht ausgleichen. Immerhin hat Ricciardo im direkten Duell mit Verstappen die Nase vorn.

Richtig verstimmt sieht man Ricciardo nur selten, er ist der Mann mit dem Dauergrinsen in der Formel 1. Gerne trinkt er auf dem Podest auch mal Champagner aus einem seiner Schuhe und kultivierte das Ritual als „Shoey“. Mit einem Mangel an Ernst solle man all das aber nicht verwechseln. „Dieser Job macht Spaß, es ist aber auch eine ernste Sache. Wenn ich Rennen fahre, kann ich beides.“ (dpa)

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