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Frauen-Fußball-WM: Das andere Spiel der Pferdeschwänze

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Kommentar Von Anton Schwankhart
06.06.2019

Frauen spielen Frauenfußball. Wer das versteht, hat schon viel kapiert. Das kann aber auch angenehmer zu beobachten sein.

Man muss für die nächsten Wochen, in denen die deutschen Fußball-Frauen in Frankreich um die Weltmeisterschaft spielen, mal wieder daran erinnern, dass es zwei Arten von Menschen gibt: Männer und Frauen. Mögen sie inzwischen chirurgisch ineinander aufgehen, das Unterschiedliche überwiegt.

Wir kommen darauf, weil Männerrunden gerade wieder darüber diskutieren, ob das, was in Frankreich zu sehen sein wird, tatsächlich Fußball ist. Richtiger Fußball. Die Frage lautet: Spielen die Frauen Männerfußball – und wenn nicht, was spielen sie dann?

Natürlich spielen sie keinen Männerfußball! Man erkennt das daran, dass sie die Schiedsrichterin nicht rudelweise bedrängen, Körperflüssigkeiten bei sich behalten und darauf verzichten, wie brünftige Hirschbullen aufeinander loszugehen. Stattdessen pflegen sie zivile Umgangsformen. Für alle, die den Unterschied nicht verstanden haben, gibt es jenen rotzfrechen Werbespot über Eier und Pferdeschwänze, der altgedienten Fußball-Funktionären das Blut in den Adern hat stocken lassen.

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Wer Frauen an den Männern misst, führt ein Leben voller Missverständnisse

Spätestens damit ist klar: Frauen spielen Frauenfußball. Wer das versteht, hat schon viel kapiert. Wer Frauen dagegen an Männern misst und umgekehrt, wird ein Leben voller Missverständnisse führen. Aber das ist ein anderes Thema.

Im Sport ist es nur der Fußball, der sich diesem Vergleich unterziehen muss. Das kommt daher, dass Männer noch immer glauben, der Fußball gehöre ihnen. So wie die Modell-Eisenbahn oder die Schlagbohrmaschine, von denen die Frauen doch, bitteschön, die Finger lassen sollen. Oder wer käme auf die Idee, Volleyballerinnen mit Volleyballern zu vergleichen?

Männer äußern dagegen noch immer leidenschaftlich die Vermutung, dass Voss-Tecklenburgs Frauen nicht einmal gegen Kreisligamannschaften bestehen würden. Wir würden unser Katsche-Schwarzenbeck-Autogramm aus dem Jahr 1969, das wir an dieser Stelle schon häufiger auf Spiele gesetzt, aber noch nie verloren haben, auf die Frauen wetten.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

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07.06.2019

Der 100 Meter Lauf bleibt ein 100 Meter Lauf, egal ob ihn Männer oder Frauen laufen.
Ich kann dieses rumgenörgel nicht verstehen.
Ich freu mich auf die EM.

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