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Sommermärchen-Affäre

15.02.2020

Früherer DFB-Chef Zwanziger: "Schweizer Justiz gescheitert"

Theo Zwanziger war von 2006 bis 2012 Präsident des DFB.
Bild: Boris Roessler/dpa

Der in der Schweiz angeklagte frühere Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger, hat die Schweizer Justiz kritisiert.

Sie habe den wirklichen Zahlungszweck einer deutschen Millionenüberweisung im Zusammenhang mit der WM 2006 in Deutschland nicht aufgeklärt, sagte Zwanziger der "Schweiz am Wochenende". Am "zentralen Punkt ist die Schweizer Justiz gescheitert", zitiert die Zeitung Zwanziger.

Ob er am 9. März vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona erscheine, sei noch unklar. Er habe im Februar Augenoperationen und warte auf den Rat der Ärzte. Zwanziger gibt ohnehin wenig auf das Urteil, wie er sagte: "In Deutschland wäre es nicht vollstreckbar, weil Betrug und ungetreue Geschäftsbesorgung bei uns verjährt sind."

Zwanziger ist wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung angeklagt, ebenso wie die früheren DFB-Funktionäre Wolfgang Niersbach und Horst R. Schmidt sowie Ex-FIFA-Generalsekretär Urs Linsi. In dem Verfahren geht es um Zahlungen von umgerechnet 6,7 Millionen Euro aus den Jahren 2002 und 2005.

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Der damalige WM-Organisationschef, Franz Beckenbauer, hatte 2002 vom Unternehmer Robert Louis-Dreyfus einen Kredit in dieser Höhe erhalten. Das Geld floss im Anschluss auf Konten des damaligen FIFA-Funktionärs Mohammed Bin Hammam, der in dem Verfahren weder als Beschuldigter noch als Zeuge auftaucht. Die Rückzahlung an Louis-Dreyfus drei Jahre später wurde von einem DFB-Konto über die FIFA abgewickelt.

"Wer hat das Geld bekommen?", fragte Zwanziger in dem Interview, und antwortete selbst: "Bin Hammam. Zu welcher Organisation gehörte er? Zur Fifa. Das ist die kriminelle Organisation. Und der Empfänger des Geldes wird noch nicht einmal als Zeuge vernommen. Unglaublich."

Bei dem Verfahren sind Beckenbauer, der frühere FIFA-Präsident Sepp Blatter und Günter Netzer als Zeugen geladen. (dpa)

Interview "Schweiz am Wochenende"

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