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Fortuna Düsseldorf

05.10.2019

Frust nach Funkels 500. - Krise "wäre es am 30. Spieltag"

Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel wäre zum 500. Bundesligaspiel ein Punkt lieber gewesen.
Bild: Soeren Stache/dpa

Der Frust regiert bei Fortuna Düsseldorf - über die Negativserie und den Schiedsrichter. Von Krise aber will zum jetzigen Zeitpunkt niemand etwas wissen. Trainer-Oldie Funkel greift nach seinem bitteren Jubiläum zu einer ungewöhnlichen Sofortmaßnahme.

Nein, nein - eine Krise wollte sich Friedhelm Funkel nach seinem missglückten Jubiläum nicht einreden lassen.

"Ich habe das Wort Krise auch nicht in den Mund genommen, als wir letztes Jahr sechs Mal verloren haben", sagte der 65 Jahre alte Fußballlehrer nach der 1:3-Niederlage bei Hertha BSC, die vor allem bei seinen Spielern großen Frust auslöste. "Im Moment sind sie alle niedergeschlagen", berichtete Düsseldorfs erfahrener Trainer nach dem neuen Rückschlag aus den Katakomben des Berliner Olympiastadions und legte die außergewöhnliche Sofort-Therapie fest: "Jetzt trinken wir erstmal gemeinsam ein Bier. Dann geht es weiter."

Sein 500. Spiel als Bundesliga-Coach hatte für ihn selbst "keine großartige Bedeutung", bemerkte Funkel: "Das ist natürlich eine tolle Zahl. Wichtiger wäre mir ein Punkt gewesen. Da wäre ich am Samstag besser gelaunt nach Düsseldorf zurückgeflogen." So aber steckt seine Fortuna nach dem 7. Bundesliga-Spieltag mit sechs Spielen nacheinander ohne Sieg (davon fünf Niederlagen) in der unteren Tabellenregion fest. Zum fünften Mal schon in dieser Saison gab das Funkel-Team eine Führung aus der Hand, die in Berlin Rouwen Hennings mit einem verwandelten Foulelfmeter erzielt hatte.

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Der bereits viermalige Saison-Torschütze haderte kräftig mit den Entscheidungen von Schiedsrichter Martin Petersen und Videoassistent Robert Hartmann. Gleich drei strittige Elfmeter-Situationen gab es für die Gäste. Zwei wurden überprüft, eine nicht, als bei Herthas Per Skjelbred (82.) die Hand im Spiel war.

"Da kann mir keiner erzählen, dass das angelegter Arm ist. Die mogeln sich das zurecht. Das geht mir völlig auf den Keks", wetterte Hennings bei DAZN. "Das ist so schlecht. Die machen eine Regelschulung, die können wir uns schenken. So, wie die das erklärt haben, ist das ein glasklarer Elfmeter. Aber er wird einfach nicht gegeben. Der guckt es sich nicht einmal an."

Funkel bemerkte zwar auch, dass die Unparteiischen bei zwei Entscheidungen "nicht richtig hingeschaut" hätten: "Doch ich will nicht über den Schiedsrichter schimpfen." Ausschlaggebend für die Niederlage zu seinem Jubiläum seien andere Dinge gewesen: "Wir waren in den entscheidenden Momenten nicht nah genug am Mann. Wir haben zu viele Fehler gemacht, vor allem im Zweikampfverhalten."

Heraus kam aus Fortuna-Sicht das "erste schlechte Spiel der Saison", erklärte der Trainer-Oldie und versprach: "Wir werden bis zum nächsten Spiel gegen Mainz hart arbeiten." Funkels Aufgabe wird es in der Länderspielpause besonders sein, seinem Team den Glauben an einen erfolgreichen Abstiegskampf zu vermitteln und neue Aggressivität in den Zweikämpfen einzuimpfen.

"Man kann sich hier jede Woche hinstellen und immer das Gleiche sagen, aber das macht keinen Sinn", erklärte Fortunas Abwehrspieler Kaan Ayhan: "1:3 hört sich beschissen an, fühlt sich beschissen an." Panik aber sei nicht angebracht. "Krise wäre, wenn wir jetzt am 30. Spieltag wären, es ist noch viel Zeit", bemerkte Ayhan, sagte aber auch: "Wir brauchen Erfolgserlebnisse."

Vor 37.128 Zuschauern im Berliner Dauerregen belohnten Kapitän Vedad Ibisevic mit seinem 123. Bundesliga-Treffer, womit der Kapitän in der ewigen Torschützenliste gemeinsam mit dem ehemaligen Dortmunder Torjäger Frank Mill nun auf Rang 28 steht, Javairo Dilrosun und Vladimir Darida mit drei attraktiven Treffern die deutlich bessere Hertha. Schöner Nebeneffekt für die Berliner: Seit fast 40 Jahren haben sie in der 1. Liga wieder gegen Düsseldorf gewonnen. (dpa)

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