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Fußball-Bundesliga
03.08.2019

Köln-Maskottchen Hennes VIII. hat keinen Bock mehr

Beendet seine aktive Profikarriere beim 1. FC Köln: Geißbock Hennes VIII. hört als Vereinsaushängeschild auf.
Foto: dpa (Archivbild)

"Tschö, Hennes!" - Nach elf Jahren als Maskottchen des 1. FC Köln verabschiedet sich Geißbock Hennes VIII. in den wohlverdienten Ruhestand. Wo er zu finden ist.

Altern ist nicht jedermanns Sache. Haare wachsen in der Nase statt auf dem Kopf, Falten zerfurchen Gesicht oder Gesäß und sogar die Stimme wird schwächer und brüchiger, weil das Gewebe Elastizität einbüßt.

Morgens sagt der Meniskus Hallo, beim Bücken meldet sich die Bandscheibe zu Wort. Wer in den Jungbrunnen gefallen ist, den ereilt das Älterwerden mit Verzögerung, dem Schicksal des Vergänglichen entkommen kann letztendlich jedoch niemand.

Dem Sport wird nachgesagt, den Verfall des Körpers zu verlangsamen. Muskeln und Sehnen verrichten ihr Tagwerk länger, wenn sie in Bewegung bleiben. Alles in Maßen, versteht sich. Denn mit dem Sport verhält es sich wie mit vielen Dingen des Lebens: Wer es übertreibt, nimmt Schaden.

Profisportler gehen gemeinhin wenig rücksichtsvoll mit ihrem Erfüllungsgehilfen aus Fleisch und Blut um, wollen sie Tore erzielen oder Medaillen gewinnen. Entsprechend verschlissen kommen ihre Leiber nach Jahren des physischen Raubbaus daher. Hinzu gesellt sich psychischer Stress, hervorgerufen durch permanenten Erfolgsdruck.

Hennes VIII. erlebte als Maskottchen vom FC Köln viele Krisen

Unter Berücksichtigung dieser Einflussfaktoren hat sich Hennes VIII. lange durchgebissen. Seit 2008 hat sich der Geißbock in den Dienst des 1. FC Köln gestellt, in dieser Zeit hat das Maskottchen viel Leid gesehen. Aber auch erfahren. Zweimal ist er in die zweite Liga abgestiegen, zweimal ist er aufgestiegen.

Die Härte des Profifußballs spürte er an den eigenen Hörnern. In der Saison 2014/15 packte ihn Profikicker Ujah beim Torjubel und zog ihn Richtung Spielfeld. In den sozialen Netzwerken entschuldigte sich der ungestüme Stürmer später: "Tut mir leid für Hennes, ich war etwas zu grob."

Dortmunds Maskottchen hört auf den Namen Emma und soll eine Biene darstellen. Zu Feiern gab es seit einigen Jahren aber nichts mehr.
14 Bilder
Berni, Hennes und Co.: Die Maskottchen im Profi-Fußball
Foto: Soeren Stache

Ob sich das Tier wegen dieser Überschwänglichkeit mit Wirbelproblemen plagt, ist nicht bewiesen. Was indes feststeht: Hennes wird seine aktive Karriere vor der nächsten Saison beenden. Nicht nur der Rücken macht ihm zu schaffen, ebenso leidet er unter Arthrose. FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle erklärte: "Wir möchten nicht, dass unser Vereinstier irgendwann einmal mit Schmerzen im Stadion stehen muss.“

Vermutlich hat der Vierbeiner einfach keinen Bock mehr, für den Karnevalsverein seine Hufe hinzuhalten. Nach elf Jahren Profifußball geht er in Rente und genießt als Privatier in seinem eigenen Häuschen im Kölner Zoo seinen Lebensabend.

Hennes VIII. hat nach dem erneuten Aufstieg geschafft, was Leistungssportler oft verpassen: den Absprung zur richtigen Zeit.

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