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Fußball-Comic
13.10.2021

Karikaturist Härringer: Wenn das Lieblingsgesicht in Rente geht

Der Abschiedsgruß von Fußball-Karikaturist Christoph Härringer an Joachim Löw: Statt in den Sonnenuntergang geht es Richtung Schwarzwald, im Gepäck den WM-Pokal und den Confederations Cup.
Foto: Christoph Härringer

Christoph Härringer veröffentlicht jede Woche einen Fußball-Comic. Er bedauert die Abschiede von Hoeneß, Löw und Rummenigge – und hat einen neuen Liebling gefunden.

Die Idee für den letzten Comic über Joachim Löw als Bundestrainer hatte Christoph Härringer lange im Kopf. Der Karikaturist, der sich mit seinem Format "Spottschau" auf Fußball spezialisiert hat und dort wöchentlich die Geschehnisse des Sports auf die Schippe nimmt, erinnert sich: "Das wusste ich eigentlich ab dem Moment, indem Löw seinen Abschied als Nationaltrainer nach der EM bekannt gegeben hat." Nach dem Abschluss der EM ritt Löw im Stil des einsamen Cowboys Lucky Luke davon – nur lautete das Ziel diesmal nicht der Sonnenuntergang, sondern der heimelige Schwarzwald.

Härringer lacht, als er sich daran erinnert: „Dass ich mal nicht tagelang nach einer Idee suchen musste, war auch mal ganz entspannt. Ich wusste: Wenn die EM vorbei ist, habe ich einen Joker.“ Der Comic ziert auch das Cover des aktuellen Bildbandes, den Härringer nun veröffentlicht hat. Darin zu finden sind die Zeichnungen aus der abgelaufenen Fußball-Saison, die in der EM ihren Abschluss gefunden hat.

Beim FC Bayern vermisst Härringer Rummenigge und vor allem Hoeneß

Es war eine Saison, die für Härringer mit vielen Abschieden von lieb gewonnenen Figuren und vor allem deren Gesichtern geprägt war: Bei den Bayern zog sich nach Uli Hoeneß nun auch Karl-Heinz Rummenigge aus dem Alltagsgeschäft zurück. Speziell Rummenigges Abgang ist für Härringer ein Verlust: "Er hat ja für einige Aufreger gesorgt und hatte bei mir die Paraderolle als Bösewicht. Schade, dass er weg ist."

Auch zum Treiben im Wahlkampf hat Härringer seine vom Fußball geprägte Meinung.
10 Bilder
Spottschau: So witzig sind die Härringer-Karikaturen
Foto: Christoph Härringer

Noch mehr als Rummenigges Ende bedauert Härringer jedoch den Rückzug von Uli Hoeneß ins zweite Glied der Bayern: "Hoeneß war definitiv mein Liebling: Er hat den FC Bayern wie kein anderer verkörpert, hatte diese Arroganz und trotzdem das Herz am rechten Fleck." Und das, obwohl Härringers Hoeneß dem echten gar nicht so ähnlich sieht, wie der Zeichner findet: "Ich habe ihn ja mit dieser Wölbung der Stirn gezeichnet, die die Augen verdeckt. Trotzdem ist der Wiedererkennungswert schon da, denke ich."

Eine Begegnung mit Joachim Löw im Freiburger Café

Joachim Löw hingegen war hingegen nie das Lieblingsobjekt des Karikaturisten: „Klar, die Frisur, die an ein Playmobil-Männchen erinnert – die hat einen hohen Wiedererkennungswert. Aber mit Löws Gesicht habe ich mir immer schwer getan.“ Zu Löw hat Härringer ohnehin eine besondere Beziehung: Nicht nur, dass ihn der Trainer seit Beginn seines Schaffens als Fußball-Karikaturist 2006 begleitete – beide kommen auch aus Freiburg. Ein Treffen gab es in den Jahren aber nur ein Mal, wie Härringer erzählt: „Ich war mit meiner Tochter in einem Café in Freiburg – und auf einmal hat sich Jogi Löw neben uns hingesetzt. Dann hat meine damals neun Jahre alte Tochter gesagt: Papa, das ist doch der Mann, den du immer zeichnest!“ Trotz der Aufforderungen des Nachwuchses, Löw anzusprechen, ließ der Zeichner den damaligen Bundestrainer aber in Ruhe seinen Espresso austrinken.

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Härringer hat bereits einen legitimen Nachfolger für Hoeneß ausgemacht

Wen Härringer gerne mal zeichnen würde, wäre der Dortmunder Julian Brandt. „Der hat ein sehr charakteristisches Gesicht, vor allem die Lippen.“ Das Problem: Bislang hat der 25-Jährige noch keinen Anlass geliefert, um im Comic vorzukommen. Beim FC Augsburg fand Härringer Ex-Trainer Manuel Baum interessant: „Den habe ich sehr gemocht. Tief sitzende Ohren, ein relativ großer Kopf, dazu oft ein trauriger Blick.“ Der Zeichner ist ohnehin froh um jeden Charakterkopf: „Das Schlimmste sind für mich die 20-Jährigen mit den Undercut-Frisuren, da sieht jeder gleich aus.“ Und auch wenn es zuletzt viele aus Karikaturisten-Sicht schmerzliche Renteneintritte gegeben hat: Härringer hat schon einen neuen Favoriten. „Oliver Kahn ist als Rummenigge-Nachfolger aus beruflicher Sicht ein großes Geschenk. Jetzt muss er nur endlich mal richtig auf den Tisch hauen.“

Christoph Härringer: Härringers Spottschau 2021: Das Beste aus dem Fußballjahr 2021. 12,90 Euro

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