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Fußball
25.03.2019

Deutschland jubelt, Holland ist geschockt

Die deutsche Nationalmannschaft überraschte mit einem 3:2-Erfolg in den Niederlanden.
Foto: Witters

Die Nationalmannschaft gewinnt das erste EM-Qualifikationsspiel in den Niederlanden mit 3:2. Dabei schien eine 2:0-Führung nicht zu reichen. Doch dann sorgte Nico Schulz für einen Traumstart des jungen Teams

Die deutsche Nationalmannschaft ist mit einem überraschenden Sieg gegen die Niederlande in die EM-Qualifikation gestartet. Beim 3:2-Sieg in Amsterdam verspielte das Team von Bundestrainer Joachim Löw zuerst eine 2:0-Führung, ehe Nico Schulz in der 90. Minute den Siegtreffer erzielte.

Löw nahm im Vergleich zum 1:1 im Testspiel gegen Serbien gleich sieben Änderungen in der Startaufstellung vor. Am überraschendsten aber war, was Löw nicht tat. Denn auch gegen die Niederlande saß Marco Reus zu Beginn auf der Bank. Dabei hatte der Bundestrainer den Dortmunder nach dessen Auftritt gegen Serbien noch ausdauernd gelobt. Tatsächlich war es ja auch Reus, der nach seiner Einwechslung das Spiel gegen Serbien vitalisierte. Löw aber hatte gegen die Niederländer in seinen Überlegungen nur Platz für zwei vorwiegend offensiv denkende Spieler und setzte auf Leroy Sané sowie Serge Gnabry. Es zeigte sich aber schnell, dass die deutsche Mannschaft trotzdem nicht von der Forderung Löws abrückte, schnell und dynamisch aufzutreten.

Dem Team gelang es vorerst ausgezeichnet, das Paradoxon einer formal defensiven Aufstellung aber zugleich mutiger Herangehensweise aufzulösen. Leroy Sané profitierte schließlich in der 15. Minute gleichermaßen von einem schönen Spielzug über Toni Kroos und Nico Schulz wie auch vom ausrutschenden Gegenspieler Matthijs de Ligt. Sané war’s egal – er schoss den Ball zur 1:0-Führung ins Tor.

Das stellte vorerst die niederländischen Fans still, die zuvor mit einer imposanten Choreografie stimmungsvoll starteten, mit Pfiffen während der deutschen Nationalhymne aber in ein schon vergessen geglaubtes Verhaltensmuster zurückfielen.

Für Wallung in der Johan-Cruyff-Arena sorgte nach der Führung dann das Privatduell zwischen Ryan Babel und Manuel Neuer. Der deutsche Keeper parierte zwei Mal binnen drei Minuten gegen den Offensivspieler. Der Schuss in der 27. Minute wurde dem Stürmer aus vier Metern Entfernung gewährt – der deutsche Kapitän aber glänzte wie lange nicht mehr.

Es war die einzige kurze Druckphase der Niederländer im ersten Durchgang. Anschließend hielten die Deutschen ihren Gegner wieder geschickt fern vom eigenen Tor und bauten ihre Führung dank eines Traumtores von Gnabry aus. Der Bayernspieler zog am linken Strafraumeck um Hollands Kapitän Virgil van Dijk herum. Weil um dieses Gebirge eines Mannes aber kaum ein Weg gänzlich vorbeiführt, entschloss sich Gnabry für einen Schuss – der kurz darauf im rechten Torwinkel einschlug (34.).

Dass eine 2:0-Führung gegen die Niederländer kein allzu beruhigendes Polster darstellt, hatten die Deutschen bereits im vergangenen November erfahren, als sie in der Nations League in den letzten sechs Minuten ihren Zwei-Tore-Vorsprung verspielten.

Diesmal dauerte es lediglich bis zur 48. Minute, ehe de Ligt per Kopf der Anschlusstreffer gelang. In der Folge dominierte das Heimteam, die Löw-Elf konnte sich kaum mehr aus der eigenen Hälfte befreien. Fast schon zwangsläufig kamen die Niederländer so zum Ausgleich. Matthias Ginter und Niklas Süle klärten den Ball im Strafraum nicht abschließend, Memphis Depay nahm sich der Situation an und traf aus elf Metern zum 2:2 (63.).

Für einen einsetzenden Reifeprozess der deutschen Mannschaft spricht, dass sie anschließend nicht auseinanderfiel. Sie spielte wieder konzentrierter und setzte vereinzelt selbst Nadelstiche. Der letzte davon schmerzte die Niederländer richtig.

Über die eingewechselten Ilkay Gündogan und Reus kam der Ball zu Schulz, der ihn aus zehn Metern ins Tor schoss. Es war der Siegtreffer und verdienter Lohn der besten Leistung seit langer Zeit.

NiederlandeCillessen – Dumfries, de Ligt, van Dijk, Blind – Wijnaldum, de Roon (90.+1 L. de Jong), F. de Jong – Promes, Depay, Babel (46. Bergwijn)

Deutschland Neuer (Bayern) – Ginter (Mönchengladbach), Süle (Bayern), Rüdiger (FC Chelsea) – Kehrer (Paris Saint-Germain), Kimmich (Bayern), Kroos (Real Madrid), N. Schulz (1899 Hoffenheim) – Goretzka (Bayern – 70. Gündogan, Manchester City) – Gnabry (Bayern – 88. Reus, Borussia Dortmund), L. Sané (Manchester City)Tore 0:1 L. Sané (15.), 0:2 Gnabry (34.), 1:2 De Ligt (48.), 2:2 Depay (63.), 2:3 N. Schulz (90.)Schiedsrichter Manzano (Spanien) Zuschauer 52000 (ausverkauft)

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