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Fußball
23.07.2019

In Spanien gibt’s die dritte Liga jetzt im Schlussverkauf

Luis Rubiales, der neue Chef des spanischen Fußballverbandes, hat ein neues Konzept für die dritte Liga erarbeitet.
Foto: dpa

Wer sich in Spanien Drittligist nennen will, braucht nur eine halbe Million Euro zahlen - oder kann darum pokern.

In Spanien schlägt jetzt die Stunde der ambitionierten Hobbyvereine: Wer ein bisschen Kleingeld – sagen wir 450022 Euro – übrig hat, kann sich damit einen Startplatz in der Segunda Division B kaufen. Das ist immerhin die dritte Liga des Landes, in der die Reserveteams des FC Barcelona und des FC Valencia spielen. Möglich macht das die kurzfristige Insolvenz des CF Reus. Der wäre eigentlich als Absteiger aus der zweiten Liga für die neue Spielzeit eingeplant gewesen. Weil der Klub eine Bürgschaft aber nicht hinterlegen konnte, geht es runter in die vierte Liga – und in der Segunda B ist ein Platz frei.

Das Konzept des Verbandspräsidenten Luis Rubiales: Wer Interesse hat, sollte bis Donnerstag zuschlagen – oder kann auch pokern. Denn wenn bis dahin kein Klub die geforderte Summe auf den Tisch legt, ist das der Start zu einer Rabattaktion: der Preis würde auf die Hälfte fallen. Dritte Liga im Schlussverkauf sozusagen. Kommt in den zwei Tagen immer noch kein Käufer, fällt die Summe nochmals auf die Hälfte, also 110000 Euro. Wer da nicht zuschlägt – selbst schuld.

Auch in anderen Sportarten geht es nicht nicht nur nach Leistung

Dass ein Startplatz in einer Liga nicht nur nach rein sportlichen Gesichtspunkten vergeben wird, ist in anderen Sportarten durchaus Usus – in der Deutschen Eishockey Liga erhielt Bremerhaven 2016 die frei gewordene Lizenz der Hamburg Freezers, in der Formel 1 sitzt Lance Stroll auch deswegen in einem Cockpit, weil sein Vater an dem Rennstall Racing Point beteiligt ist und in der Tischtennis-Bundesliga spielt mit dem TTC Neu-Ulm künftig ein komplett gegründeter Klub mit.

Das Vorgehen des spanischen Verbandes ist in seiner Radikalität aber ohnegleichen: Wer als erster die Kohle zahlt, hat den Platz – zack, aus. Auf Schutzbehauptungen wird komplett verzichtet. In China, wo die U20-Nationalmannschaft im vergangenen Herbst ihr Experiment in der Regionalliga Südwest beendet hatte, wird man die Neuigkeiten mit Interesse vernommen haben. Die Nachwuchskicker sollten sich so für Olympia 2020 fitmachen, zogen sich aber nach massiven Protesten schon nach zwei Begegnungen wieder zurück.

Übrigens: Sollte am Ende kein Klub das Geld hinterlegen, würde der Startplatz kostenlos und ausschließlich über sportliche Kriterien vergeben werden. Das wäre aber dann wirklich mal total verrückt.

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