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Fußball
10.11.2021

Kurioser Rechtsstreit: Der AC Mailan verliert gegen Bürofirma

Eine Niederlage, die nicht einmal Superstar Zlatan Ibrahimovic verhindern konnte, steckte der AC Milan nun vor Gericht ein.
Foto: Luca Bruno/AP/dpa

Wie der italienische Spitzenklub vor Gericht gegen eine fränkische Schreibwarenfirma unterliegt - und auch ein angebotenes Unentschieden nicht akzeptiert.

Auch wenn die ganz großen Zeiten schon etwas zurückliegen: Der AC Mailand genießt international immer noch einen Ruf wie Donnerhall. Speziell in der bayerischen Landeshauptstadt dürfte man mit Schrecken an einige Duelle des FC Bayern in der Champions League gegen den italienischen Spitzenklub zurückdenken.

Denn in den Europapokalspielen war für die Bayern fast immer Schluss, wenn es gegen die abgezockten Kicker aus der Lombardei ging. Umso überraschender ist es, dass der AC in diesen Tagen eine Niederlage gegen einen bayerischen Vertreter hat einstecken müssen – diesmal spielte sich das aber nicht auf dem grünen Rasen ab, sondern vor Gericht.

Bei der Niederlage ging es um Blöcke und Stifte - und den Namen "Milan"

Geklagt hatte das Management des aktuellen Tabellenzweiten der Serie A gegen ein Nürnberger Unternehmen, das sich auf die Produktion von Büromaterial spezialisiert hat. Der AC Mailand hatte juristische Schritte eingeleitet, weil er beim Europäischen Amt für geistiges Eigentum (EUIPO) damit gescheitert war, sein Logo und seinen italienischen Namen "AC Milan" unter anderem auf Stifte und Blöcke drucken zu dürfen.

Denn das wiederum war mit dem Nürnberger Unternehmen nicht zu machen: Es stellte sich quer, weil es eine Verwechslungsgefahr mit seiner gleichnamigen Marke für Büro- und Schreibwaren "Milan" sah. Das Gericht gab den Franken recht, gegen das Urteil kann noch Einspruch beim EuGH eingelegt werden.

Laut der Urteilsbegründung sind "die Ähnlichkeiten zwischen den beiden in Rede stehenden Zeichen insgesamt groß genug sind, um eine Verwechslungsgefahr zu bejahen". Zudem sei – und jetzt wird es für die stolzen Mailänder etwas pikant – das Logo des Vereins nicht geeignet, "die Unterscheidungskraft des Wortelements der älteren Marke in ihrer eingetragenen Form zu beeinflussen".

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Soll heißen: Wenn es um Schreibkram geht, ist die Visitenkarte des AC einfach nicht stark genug. Ein Logo, das für 18 italienische Meistertitel und sieben Erfolge in der Champions League steht, soll für ein bisschen Papier und einen Bleistift nicht würdig genug sein? Nach Ansicht der Richter: ja.

Die Nürnberger boten den Mailändern einen außerordentlichen Vergleich an, schließlich sei der AC Mailand kein klassischer Papier-, Büro- und Schreibwaren-Händler. Ein mitleidiges Unentschieden am grünen Tisch? Nicht mit den stolzen Rossoneri!

Die stolzen Mailänder gingen ihrerseits in die Offensive und haben nun Klage eingereicht. Eine offizielle Stellungnahme steht noch aus – und wird erst recht nicht auf einem offiziellen Papierblock des Klubs erhältlich sein.

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