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Fußball
15.02.2019

Noch ein schwacher Auftritt des BVB

Da kann sich selbst ein Weltmeister nur an den Kopf fassen: der enttäuschte Mario Götze nach dem Spiel des BVB gegen Tottenham Hotspur.
Foto: Bernd Thissen, dpa

Für Dortmund waren es Tage zum Vergessen. Dem K.o. im DFB-Pokal gegen Bremen und dem 3:3 gegen Hoffenheim folgt nun das bittere 0:3 gegen Tottenham

Die verbitterten Mienen im Anschluss an die Lehrstunde von Wembley verrieten mehr als tausend Worte. BVB-Vereinsboss Hans-Joachim Watzke suchte wortlos das Weite, Trainer Lucien Favre wirkte zerknirscht. Der für einen Bundesliga-Tabellenführer unwürdige Auftritt beim 0:3 (0:0) gegen Tottenham Hotspur glich in der zweiten Halbzeit einer Demontage.

Im ersten Frust über erneut naive Abwehrpatzer schlug Roman Bürki Alarm. „Wir können nicht dagegenhalten“, klagte der Dortmunder Torhüter, „wir setzen uns zu wenig durch und müssen rigoroser verteidigen. Das fängt schon im Training an.“ Der Bundesliga-Tabellenführer ist mächtig aus dem Tritt geraten. Mehr noch als beim Aus im DFB-Pokal gegen Bremen (2:4 im Elfmeterschießen) oder dem denkwürdigen 3:3 gegen Hoffenheim bekam der BVB im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League binnen acht Tagen die Grenzen aufgezeigt.

Für den Kampf um die Meisterschaft verheißt das wenig Gutes. „Es war eine sehr schmerzhafte Niederlage. Das ist heute ein Abend, an dem wir ein bisschen knabbern werden“, bekannte Lizenzspielerchef Sebastian Kehl und bezeichnete die Ausgangslage für das Rückspiel am 5. März als „sehr bescheiden“. Nach passabler erster Halbzeit lud der BVB den bis dahin biederen Gegner förmlich zum Toreschießen ein. Das Angebot nahmen Heung-Min Son (47.), Jan Vertonghen (83.) und Fernando Llorente (86.) gerne an.

Die Instabilität stimmt alle Beteiligten nachdenklich. Schließlich musste der BVB bereits zum dritten Mal in Serie drei Gegentreffer hinnehmen. Gleichwohl versuchte Fa-vre dem Abwärtstrend nicht zu viel Bedeutung beizumessen: „Ich mache mir keine Sorgen. Solche Phasen gehören in einer Saison dazu, dann läuft es nicht top, top, top.“ Ähnlich sah es Kehl: „Natürlich ist in der Mannschaft Enttäuschung zu spüren. Dennoch lassen wir uns nicht von unserem Weg abbringen und werden uns wieder berappeln, weil wir in dieser Saison schon so viel Positives erlebt haben.“

Der einstige BVB-Profi verwies auf die Ausfälle von Leistungsträgern wie Marco Reus, Manuel Akanji, Lukasz Piszczek, Julian Weigl und Paco Alcácer. „Uns fehlen einfach die Stabilisatoren. Das ist ein Substanzverlust, den man der Mannschaft anmerkt“, klagte Kehl mit Bezug auf den großen Aderlass in der Defensive. Auch in der Partie am kommenden Montag beim 1. FC Nürnberg wird Trainer Favre improvisieren müssen. Reus und Akanji stehen definitiv noch nicht zur Verfügung, das Comeback der anderen angeschlagenen Profis ist noch offen.

Als Mutmacher für den FC Bayern und den FC Schalke, die es in der kommenden Woche im Achtelfinale des Wettbewerbs mit Liverpool und Manchester City ebenfalls mit Mannschaften aus der Premier League zu tun bekommen, taugte der Auftritt der Borussia nicht.

„Wir müssen sehr schnell wieder in die Spur finden“, forderte Mario Götze. Doch ganz abgeschlossen hat der Weltmeister von 2014 mit dem Thema Champions League offenbar noch nicht. „Zu Hause ist alles möglich. Da sind wir eine Macht“, sagte Götze. Auch Kehl verweigerte eine Kapitulationserklärung schon vor dem Rückspiel: „In Dortmund kann das eine oder andere Wunder passieren, das haben wir schon häufiger erlebt.“ Wirklich überzeugend klang das jedoch nicht. (dpa)

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15.02.2019

Jetzt braucht der BVB einen Psychiater oder mehr.

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