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Geld für Einlaufkinder? Beim Fußball ist alles noch viel zu billig

Geld für Einlaufkinder? Beim Fußball ist alles noch viel zu billig
Satire Von Florian Eisele
14.02.2020

Dass die englischen Vereine die Plätze für Einlaufkinder verkaufen, sorgt für Empörung. Aber eigentlich geht das nicht weit genug. Eine Satire.

Dass es für fußballbegeisterte Kleinkinder nichts Größeres gibt, als mit dem Lieblingskicker aufs Spielfeld einzulaufen – geschenkt, klare Sache. Aber dass sich in England nun Empörung über die Vereine breitmacht, die die Plätze für Einlaufkinder verkaufen, ist grundfalsch. Denn wo, wenn nicht im Geburtsland des Manchester-Kapitalismus, sollten die Kleinen frühzeitig darauf hingewiesen werden, dass im Leben eben nichts umsonst ist? Eben.

Ganz nebenbei bemerkt müssen die grundsolide haushaltenden Vereine der englischen Premier League nach dem Vorbild der hanseatischen Kaufleute eben auch sehen, dass am Ende die Kasse stimmt. Die 1,7 Milliarden Euro TV-Gelder mögen viel erscheinen – aber wenn man wie Tottenham Hotspur einer anerkannten Spitzenkraft wie Stürmer Harry Kane ein angemessenes Jahresgehalt von 12,3 Millionen Euro zu zahlen hat, bleibt am Ende des Monats gar nicht mehr so viel übrig.

Was nichts kostet, ist nichts wert - das gilt auch im Fußball

Die 415 Euro, die die Londoner pro Einlaufkind abrufen, sind da im Vergleich ein Schnäppchen. Dass ein Abstiegskandidat wie West Ham für die Ehre, einen seiner Rumpelfüßler aufs Spielfeld zu geleiten, 830 Euro verlangt, ist marktgerecht.

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Wenn man konsequent ist, sollten die Preise natürlich noch angehoben werden – was nichts kostet, ist schließlich auch nichts wert. Die Zeiten, in denen im Stadion nur für Bratwurst, Bier und Ticket gezahlt wurde, gehören der Vergangenheit an – bald in England, mit etwas zeitlicher Verzögerung natürlich auch in der Bundesliga.

Fangesänge, Spielernamen, Schalwedeln: Alles muss kosten

Dem Vernehmen nach ist der Preiskatalog schon in Planung. Der besagt folgendes: Nach einem Tor mit dem Schal wedeln kostet pro halber Minute 50 Euro. Den Namen eines Spielers bei der Aufstellung mitbrüllen: 10 Euro pro Kicker. Sparfüchsen sei hierbei das Dauerabo empfohlen: Für schlanke 500 Euro dürfen alle Spielernamen skandiert werden. Fangesänge schlagen pro angefangener Minute mit 20 Euro zu Buche, können aber bei lobender Erwähnung eines Vereinssponsoren deutlich günstiger ausfallen. Wie hoch der Preisnachlass ist, hängt wiederum davon ab, ob es sich bei dem Unternehmen um einen ausgewählten Premium-Partner des Vereins oder einen schnöden Feld-und-Wiesen-Werbepartner handelt.

Zahlbar soll das alles ganz bequem per Bezahlkarte beim Stadionausgang sein. Doch aufgepasst: Wer bei dieser Gelegenheit nicht genügend Geld auf der Karte hat, verwirkt leider sein Recht nach Hause zu gehen und wandert in die Arrest-Zelle ein, bis er von einem Familienmitglied ausgelöst wird. Die Vereine machen das ja auch nicht zum Spaß.

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