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Der FC Bayern gewinnt – endlich wieder Normalität

Kommentar Von Johannes Graf
01.11.2021

Die Niederlage des FC Bayern München sorgte für Verstörung. Doch jetzt ist wieder alles gut. Nur der SC Freiburg will nicht mitmachen.

Der Mensch bleibt ein Gewohnheitstier. Abläufe und Automatismen vermitteln einem Sicherheit im Alltag. Wie sollte der schlaftrunkene Angestellte sonst jeden Morgen rechtzeitig am Arbeitsplatz erscheinen? Aufstehen, Kaffee trinken, Zähne putzen, anziehen. Alles minutengenau getaktet. Doch, wenig überraschend, nicht immer läuft alles nach Plan. Kaffeevollautomaten entwickeln just in dem Moment ein Eigenleben, wenn ein Karriere beschleunigendes Gespräch ansteht. Verlangen nach Wasser und dem Entfernen des Kaffeesatzes, wenn zuvor schon der Wecker seinen Dienst verweigert hat.

Unter der Woche schien es, als hätte selbst der Fußball seine Berechenbarkeit verloren. Als wäre ihm jegliche Gesetzmäßigkeit abhandengekommen. Da hat doch tatsächlich der ruhmreiche FC Bayern verloren. Sie wissen schon, dieser Immerallesseriengewinner, der an Weihnachten Meisterschaften entscheidet. Noch unwirklicher die Höhe der Niederlage: München null, Mönchengladbach fünf. Ein Kollege fragte an dieser Stelle äußerst berechtigt, ob demnächst auch noch Schweine fliegen würden?

Zebras bleiben schwarz-weiß gestreift und Züge der Bahn kommen verspätet an

Doch, er kann die Beruhigungstabletten aus dem Ernährungsplan streichen. Weiterhin wird jede zweite Eisdiele „Venetia“ heißen, werden Zebras schwarz-weiß gestreift sein und Züge der Bahn verspätet ankommen. Denn: Die exorbitant hohe Bayern-Pleite war nichts weniger als eines dieser ganz seltenen Ereignisse, das sich irgendwo zwischen Urknall und totaler Mondfinsternis einsortiert. Gegen Union Berlin standen die wahren Bayern-Profis auf dem Rasen – nicht deren Abbilder aus Wachs. Lewandowski jagte Torrekorde, und Müller, klar, der müllerte.

Allgemein schienen sich die Bundesligisten angesichts der Aufregung nach Normalität zu sehnen. Favoriten und Außenseiter fügten sich. Das Schockerlebnis unter der Woche saß tief, weitere Überraschungen waren unerwünscht. Nicht auszudenken, wenn plötzlich Greuther Fürth oder Arminia Bielefeld den Platz als Sieger verlassen hätten. Seit Saisonbeginn werden sie als Absteiger in die Zweitklassigkeit gehandelt – daran sollen sie sich bitte auch halten.

Doch keine Regel ohne Ausnahme. Dass sich der SC Freiburg hartnäckig in den Champions-League-Rängen hält, konnte niemand vorhersehen.

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Wäre aber auch langweilig, wenn immer alles nach Plan läuft.

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