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NADA-Chefin

05.11.2019

Gotzmann zu DOSB-Rückzug: "Nicht ohne Not"

Andrea Gotzmann ist Chefin der Nationalen Anti-Doping-Agentur.
Bild: Jörg Carstensen/dpa

Die NADA-Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann begegnet dem angebotenen Rückzug des Deutschen Olympischen Sportbundes aus dem Aufsichtsrat der Nationalen Anti-Doping-Agentur zurückhaltend.

"Es ist ein Vorstoß, der mir eigentlich zeigt, dass der Sport sich in Deutschland ganz klar von der Anti-Doping-Arbeit abgrenzen möchte und das in eine neutrale unabhängige Institution überführen will", sagte die NADA-Chefin der Deutschen Presse-Agentur. Inwiefern der Schritt der richtige oder der notwendige sei, "finde ich im Augenblick nicht so klar ersichtlich", befand Gotzmann.

Ziel des DOSB-Vorschlags ist, die NADA unabhängiger von Einflüssen zu machen. Gotzmann sieht diese Notwenigkeit zunächst nicht ."Wir haben unabhängige Experten in unserem Aufsichtsgremium, ebenso wie Vertreter von Bund und Ländern, aus dem Sport und der Wirtschaft", erklärte sie. "Das ist ein Interessensausgleich."

Nicht alles, was man bei der NADA, die eine Stiftung sei, verändern möchte, wie Parteien aus den Gremien raus zu ziehen, sei so ohne weiteres möglich. Dazu brauche es einen einstimmigen Beschluss des Aufsichtsrats mit dem Vorstand zusammen. Ihr NADA-Vorstandskollege Lars Mortsiefer hätte dies treffend als "Operation am offenen Herzen" bezeichnet. Gotzmann: "Das macht man nicht ohne Not."

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Als wichtiger für die NADA-Arbeit erachtet sie, dass alle deutschen Sportfachverbände auch das Ergebnismanagement in Doping-Verfahren an die NADA abgeben würden. "Im Kontrollsystem haben wir dies seit 2015 erreicht. Wo wir noch Lücken haben, ist die Übertragung des Ergebnismanagements", so Gotzmann. "Das haben wir von zwei Dritteln der Verbände übernommen, ein Drittel fehlt also noch." Dies seien für sie wichtigere Maßnahmen, die man unmittelbar einleiten könne, um eine Unabhängigkeit des Sports im Bereich der NADA zu erreichen. (dpa)

Homepage der NADA

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