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Größere Bullen, weniger Konturen: Warum RB Leipzig sein Logo ändert

Maximilian Kramer
Kommentar Von Max Kramer
09.07.2020

RB Leipzig hat sein Logo geändert - was andernorts Proteststürme hervorruft, wird in Leipzig schulterzuckend registriert. Liegt es an den 19 Mitgliedern?

Wer seine Fans gegen sich aufbringen will, ist gut beraten, an Traditionen zu rütteln. Je liebgewonnener, desto besser. Das altehrwürdige Stadion durch eine High-Tech-Arena ersetzen? Vereinslegenden schassen? Eine neue, poppig-weichgewaschene Vereinshymne? Alles zuverlässige Aufreger. Auch ein neues Vereinslogo gehört in diese Kategorie, wie aktuell die Macher von Girondins Bordeaux erleben.

Neues Logo: In Bordeaux Grund zur Aufregung, in Leipzig egal

Der Fußball-Klub im Südwesten Frankreichs, vor knapp 140 Jahren gegründet, ist der zweitälteste des Landes. Dass die Klubführung kürzlich das Logo geändert hat, brachte das Fass zum Überlaufen, in dem sich der Groll der Anhängerschaft angestaut hatte: gegen den Hedgefonds, in dessen Händen der Verein liegt – und die Kommerzialisierung, mit der der Verein offener gegenüber internationalen Märkten, pardon, weltoffener werden will. Tausende gingen auf die Straße.

Mon Dieu, denkt man sich in Leipzig, was soll die Aufregung? Auch dort, bei Rasenball, hat man das Logo neu gestaltet. Kompakter. Wesentliche Änderungen: Die zwei Bullen rücken in den Vordergrund und Konturen werden weniger. Man werde damit den Anforderungen der Digitalisierung gerecht, verlautbullte der Klub. Und: „Das Logo ist bei gleichem Raumangebot größer als bisher.“ Damit, die Vorgaben der DFL auszureizen, kennt man sich in Leipzig nun einmal aus.

Bei RB Leipzig werden die 19 Mitglieder geschätzt

Wer nun einen Proteststurm à la Bordeaux erwartet hat, täuscht. Warum, liegt auf der Hand: Die demokratischen Strukturen des Vereins funktionieren. Der große Bulle hat aus Tradition ein Ohr für seine Mitglieder. Er bindet sie in seine Entscheidungen ein, er lässt sie teilhaben. Das war schon immer so – auch bei vorherigen Logo-Änderungen. Glauben Sie nicht? Fragen Sie bei den stimmberechtigten Mitgliedern nach. Bei 19 dürfte das schnell gehen.

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