Newsticker

Bayerns Ministerpräsident Söder will Corona-Regeln in Kommunen an Grenzwerte koppeln
  1. Startseite
  2. Sport
  3. Honda verkauft Formel-1-Rennstall an Brawn

06.03.2009

Honda verkauft Formel-1-Rennstall an Brawn

Honda verkauft Formel-1-Rennstall an Brawn
Bild: DPA

Tokio (dpa) - Mit einer saftigen "Abwrackprämie" hat Honda dem neuen Eigentümer Ross Brawn die Übernahme seines Formel-1- Teams offensichtlich zusätzlich schmackhaft gemacht.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa haben die Japaner dem bisherigen Teamchef beim "Kauf" des Rennstalls Zuschüsse in Millionenhöhe gewährt, da diese Unterstützung den unter der weltweiten Finanzkrise stark leidenden Konzern wesentlich billiger als die sonst unumgängliche Abwicklung kommt. "Die vergangenen Monate waren extrem herausfordernd für das Team, aber die heutige Bekanntgabe ist das sehr erfreuliche Ergebnis unserer energischen Bemühungen zur Sicherung seiner Zukunft", sagte Brawn nach dem in Tokio bekanntgegebenen Verkauf.

Durch die Rettung Hondas in letzter Minute ist zugleich ein Schrumpfen des WM-Starterfeldes auf 18 Wagen verhindert worden. Der Rennstall tritt bei der am 29. März in Melbourne beginnenden Saison unter dem Namen Brawn GP Formula One Team an. Der 54 Jahre alte Brite bestätigte seinen Landsmann Jenson Button und den Brasilianer Rubens Barrichello als Piloten. "Die riesige Erfahrung und das Wissen der beiden wird sich als sehr wertvoll bei unserem Ziel erweisen, schnellstmöglich für das erste Rennen bereit zu sein", begründete Brawn das Festhalten am erfahrendsten Grand-Prix-Duo. Damit haben sich Spekulationen, Bruno Senna, der Neffe des 1994 beim Großen Preis von San Marino tödlich verunglückten dreimaligen Champions Ayrton Senna, werde Barrichellos Cockpit übernehmen, als gegenstandslos erwiesen.

Mercedes beliefert Brawn GP mit Motoren. Der Partner und Miteigentümer von McLaren stellt zudem Force India als Kundenteam seine Triebwerke zur Verfügung. "Wir halten den Fortbestand des Teams für ausgesprochen wichtig. Das war neben dem wirtschaftlichen Aspekt der Beweggrund für uns, zu diesem späten Zeitpunkt zu kooperieren", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug in einem dpa-Interview. "Die Formel 1 sollte nicht mit 18 Autos an den Start gehen." Das Geschäft sei zur "besten Zufriedenheit" des schwäbischen Weltkonzerns abgeschlossen worden. "Alle Abmachungen wurden von beiden Seiten professionell entwickelt und genauso eingehalten und umgesetzt."

Honda verkauft Formel-1-Rennstall an Brawn

Das in der zurückliegenden Saison trotz eines Etats von schätzungsweise 225 Millionen Euro restlos enttäuschende Honda-Team hatte seit seinem am 5. Dezember verkündeten Ausstieg ums Überleben gekämpft. Es hatte angeblich zahlreiche Interessenten für eine Übernahme des im englischen Brackley ansässigen Rennstalls gegeben, darunter auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Brawn, der als einstiger Technischer Direktor bei Benetton und Ferrari wesentlichen Anteil an Michael Schumachers sieben WM-Titeln hatte, machte schließlich das Rennen. "Wir sind sehr erfreut, dass wir das Team an Ross Brawn verkaufen konnten, mit dem wir an den Herausforderungen des F1-Wettbewerbs teilnahmen, und sind dankbar für seine Entscheidung", sagte Hiroshi Oshima, der bei Japans zweitgrößtem Autokonzern für den Motorsport zuständig ist.

Nach offiziellen Angaben hat die Honda GP Holdings Ltd., die alle Aktivitäten des Teams gemanagt hatte, sämtliche Anteile an den bisherigen Teamchef zu einer nicht genannten Summe verkauft. Tatsächlich sollen die Japaner Brawn aber Geld für die Übernahme gegeben haben. Nach britischem Arbeitsrecht wäre die Abfindung für die etwa 700 Beschäftigten sowie die Auflösung wesentlich teurer gekommen. Dies hätte den Mutterkonzern anscheinend bis zu 150 Millionen Euro kosten können. Brawn GP wird an den beiden letzten Tests vor dem Großen Preis von Australien in Barcelona (9. bis 12. März) und Jerez (15. bis 17. März) teilnehmen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren