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Radsport

12.06.2013

Jan Ullrich über Lance Armstrong: Der liebe Gott richtet alles

Jan Ullrich geht mit seinem langjährigen Konkurrent Lance Armstrong hart ins Gericht.
Bild: Patrick Seeger, dpa

Deutschlands Ex-Radstar Jan Ullrich findet in einem Interview klare Worte über Lance Armstong. Nicht aber zu seiner eigenen Doping-Vergangenheit.

Etwas dicker ist er geworden, Jan Ullrich. 15 Kilogramm mehr als zu seinen besten Zeiten wiegt er inzwischen. Das hat er in einem Interview mit der Sport Bild gesagt. Weitaus brisanter ist allerdings, was der gefallene Radstar über seinen ehemaligen Konkurrenten Lance Armstrong sagt. Dessen Doping-Beichte vor laufenden Kameras und tiefer Fall vom Sporthelden zum Betrüger kommentierte er mit den Worten: "Der liebe Gott richtet alles. Lance hat sich zu viele Feinde gemacht. Er wollte immer der Boss sein und hat seine Untergebenen teilweise gnadenlos geführt. Das war schon extrem."

Ullrich hatte sich Armstrong epische Duelle bei der Tour de France geliefert. Lange Zeit galt der Deutsche mit den Pausbacken und Sommersprossen als einziger ernsthafter Konkurrent für den schier übermächtigen Amerikaner. Dann platzte die Doping-Bombe. 2006 wurde Ullrich von seinem Arbeitgeber T-Mobile suspendiert. Als Begründung wurden seine Kontakte zu dem spanischen Dopingarzt Fuentes genannt. Ein Jahr später beendete Ullrich seine Karriere komplett. 2008 musste der einzige deutsche Tour-de-France-Gewinner (1997) einen sechsstelligen Betrag zahlen, im Gegenzug stellte die Staatsanwaltschaft Bonn das Betrugsverfahren gegen Ullrich ein. Seine Erfolge ab 2005 wurden annuliiert.

In dem Interview sagte Ullrich dessen ungeachtet, dass der Fall des texanischen Dopingsünders dem Radsport einen "Riesenschaden" zugefügt habe. Überrascht habe ihn die aber Causa nicht. Armstrong hatte gestanden, bei seinen sieben Tour-de-France-Siegen gedopt zu haben. Die Titel wurden ihm nachträglich allesamt aberkannt.

Ullrich dagegen lehnte eine umfassende eigene Doping-Beichte erneut ab: "Der Radsport hat sich selbst aufgeklärt. Ich war auch Teil des Systems. Je mehr herauskam, umso besser haben die Leute meine Aussagen von damals verstanden", sagte er ausweichend. Er hatte stets betont, niemanden betrogen zu haben. Weil alle das Gleiche gemacht haben?, lautete Nachfrage. "Genau", antwortete Ullrich. Im Vorjahr war er vom Internationalen Sportgerichtshof CAS wegen seiner Verwicklung in den Skandal um Dopingarzt Eufemiano Fuentes zu einer zweijährigen Sperre verurteilt worden, die rückwirkend vom 22. August 2011 an ausgesprochen wurde. (ako/dpa)

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