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Jetzt wird's ernst: Frankfurts Spiel mit dem Feuer

Jetzt wird's ernst: Frankfurts Spiel mit dem Feuer
Kommentar Von Tilmann Mehl
03.12.2019

Lange Zeit lief es hervorragend für Eintracht Frankfurt. Pleiten und die eigenen Fans sorgen nun aber für eine Situation, wie die Hessen sie nicht mehr kennen.

Diese eine Verallgemeinerung empfinden die Fans von Eintracht Frankfurt als zulässig. Als Niko Kovac noch in Diensten des FC Bayern stand, bezeichnete er die Anhänger der Hessen als die "besten Fans der Liga". Kurz darauf trug Kovac die Trainingsklamotten der Münchner allenfalls noch auf der heimischen Couch.

Richtig ist, dass sich die Frankfurter Mannschaft immer der enthusiastischen Unterstützung sicher sein kann. Wenn aber gilt, dass die Fans die besten der Liga sind, stimmt ebenso: Frankfurts Anhänger sind die widerlichsten der Liga. Die Zündelei und arg früh begangene Silvesterknallerei während des Spiels gegen Mainz waren nicht die erste Dummheit derjenigen, die sich als echte und wahre Unterstützer der Eintracht sehen. Es war auch nicht die zweite oder dritte Entblödung.

Weil sie sich arg oft danebenbenommen hatten, musste der Frankfurter Block unlängst beim Gastspiel in London leer bleiben. Schade für all jene, die es mit den Frankfurtern halten, war es doch der einzige Sieg in den vergangenen fünf Spielen. Ansonsten: Vier Niederlagen.

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Den Frankfurtern gelang Vieles - manches davon ohne eigenes Dazutun

Es werden die Probleme akut, die schon vor der Saison befürchtet wurden. Sebastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic mussten wegen der allzu großzügigen Angebote verkauft werden. Klar war aber auch, dass das Trio nicht gleichwertig zu ersetzen sein würde.

Das 1:2 in Mainz war bereits das 26. Spiel in dieser Saison. Die Spielzeit führte sie schon an exotische Orte wie Tallinn, Guimaraes oder Mannheim. Reisestrapazen, körperliche Belastung und fehlende Qualität: Die Spieler könnten Unterstützung von den Rängen gebrauchen.

Als aber Aushilfskapitän Sebastian Rode in Mainz zu den eigenen Fans ging, um sie davon zu überzeugen, das Zündeln aufzuhören, wollten die davon wenig wissen. "Sie haben selbst zu mir gesagt: 'Verpiss dich'", so Rode.

Den Frankfurtern gelang in den vergangenen Jahren Vieles. Manches davon ohne eigenes Dazutun. Doch auch glückliche Fügungen müssen erst einmal genutzt werden. In der jetzigen Situation können Bosse, Fans und Mannschaft zeigen, dass sie auch krisenfest sind. So ganz allgemein.

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04.12.2019

Als hätten un kontrollierbare Verbote schon jemals etwas erreicht. Das ist rausgeschmissenes Geld und vergebliche Mühe.
Wenn die Staatsmacht was verbessern will, muss sie nach unschädlichen und machbaren Wegen für legale Pyrotechnik suchen. Ansonsten wird sie scheitern wie bei der rigorosen Drogenpolitik.

Dabei ist es auch nicht hilfreich, wenn Münchner AZ-Journalisten die Frankfurter Anhänger als "die widerlichsten der Liga" bezeichnen oder Fernsehkommentatoren Pyrotechnik mit Randale gleichsetzen.

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04.12.2019

Ich habe schon festgestellt, die größten Kritiker der Pyrotechnik in den Stadien sind Leute, die nie ins Stadion gehen!!

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04.12.2019

Ich weiß nicht, warum in Deutschland so ein Terz um diese Pyros gemacht wird. In 4 Wochen knallt und brennt es in ganz Deutschland, das ist dann normal? In anderen Ländern wird beim Fußball Pyrotechnik geduldet, wieviel Tote und Verletzte gab es denn da in den letzten Jahren? Ich würde das geordnete Abbrennen von Pyrotechnik beim Einlaufen der Mannschaften erlauben, dies ist bei Abendspielen schon auch toll! Und die ewigen Differenzen mit den Ultras wegen diesem Thema könnte man dann befrieden.

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04.12.2019

Selten eine so schwache Argumentation gelesen. Ein jährlich einmaliges Event, das darüber hinaus durchaus auch in der Kritik steht, weil es nämlich nicht mehr in die Zeit von Feinstaubdiskussionen und Umweltschutz passt, wollen Sie zur Rechtfertigung von Feuerwerkszauber bei 306 Bundesligapartien heranziehen?. 2. - und 3. Ligapartien noch gar nicht mitgezählt, EL und CL auch nicht.

Verdammt dort wird Sport getrieben! Es ist der Arbeitsplatz der Kicker. Zu Ihnen geht vermutlich auch keiner in die Firma und fackelt dort wo Sie arbeiten müssen Bengalos ab, weil's so stimmungsvoll ist.

Man muss sich wirklich an den Kopf langen, wie egoistisch die Leute und auch Sie sind. Es ist nicht nur die Sicherheit es ist der Dreck und der Gestank, der an einer Sportstätte aber schon absolut und gar nichts verloren hat. Bengalos gehören eben nicht zum Fußball. Ich kann Ihnen versichern, dass man die letzten 60 Jahre wunderbar und mit Genuß ein Fußballspiel angesehen hat, ohne dass vorher Remmidemmi welcher Art auch immer veranstaltet wurde. Gerne verzichte ich zur Not auch auf die Choreos, wenn die als Erpressungpotenzial herhalten sollen. Eine inzwischen (auch aufgrund der Umtriebe) nur noch sporadische Stadiongängerin.

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04.12.2019

Meiner Meinung nach, wäre es an der Zeit, dass die Spieler Stellung gegen Pyrotechnik beziehen. Die ducken sich bislang einfach weg, um sich bei den 'Fans' nicht unbeliebt zu machen. Dabei ist es nur ein geringer Prozentsatz der Zuschauer und auch der Fans, die meint, Feuerwerk gehört zum Fußball. Den Rest nervt es nur.

Die Spieler betreiben auf dem Rasen unter hoher körperlicher Anstrengung Sport, sie üben dabei ihren Beruf aus und es ist mehr als legitim bei diesem nicht die Atemluft verpestet zu bekommen. Wir reden von Feinstaub und Umweltbelastung und nehmen hin, dass einem Sportler in einem Stadion an seinem Arbeitsplatz von egoistischen Zündler, selbiger in die Atemwege gepustet wird.

Ein Aufruf von Bundesligaspielern aller Verein sollte den Hobbyfeuerwerkern klar machen, dass außer ihnen niemand Verständnis und schon gar keine Freude an ihrem Tun hat.

Ich denke, das könnte durchaus etwas bewirken helfen.

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