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Porträt

09.05.2015

Jupp Heynckes: Ein Freund und Gentleman wird 70

Als Trainer des FC Bayern konnte Jupp Heynckes zahlreiche Erfolge verbuchen. Am Samstag feiert er seinen 70. Geburtstag.
Bild: Andreas Gebert (dpa)

Jupp Heynckes ist einer der erfolgreichsten Fußballtrainer der Welt. Am heutigen Samstag wird er 70. Mit Uli Hoeneß verbindet ihn nicht nur die Liebe zum Hund.

Der erste Glückwunsch kam schon am Montag, abgedruckt im Kicker. Das Fußball-Magazin hatte Uli Hoeneß aufgesucht. "In meiner schwierigen Lebensphase standest du wie ein Fels an meiner Seite", ließ sich der ehemalige Präsident des FC Bayern anlässlich des 70. Geburtstags von Jupp Heynckes am heutigen Samstag zitieren. Hoeneß verbüßt eine dreieinhalbjährige Freiheitsstrafe wegen Steuerhinterziehung. Heynckes hat darüber die Freundschaft nie in Frage gestellt. Im Gegenteil. Sollte sein, was wollte: Er, Jupp, werde Ulis Freund bleiben.

Vor dem Freund kommt der Verein

Es war nicht die erste Belastungsprobe, die das Verhältnis der beiden auszuhalten hatte. 1991 hatte der Manager Hoeneß den Trainer Heynckes entlassen. Getreu der Hoeneß-Maxime: Vor dem Freund kommt der Verein.

Heynckes war als Spieler einer der besten Stürmer des Landes gewesen. 220 Tore in 369 Bundesligaspielen für Borussia Mönchengladbach. Er war viermal Meister, Nationalspieler, Europa- und Weltmeister. Seine ersten Titel als Trainer gewann Heynckes 1989 und 1990 mit dem FC Bayern.

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Das Ende in München war der Anfang einer neuen Begeisterung, die sein Leben geprägt hat. Heynckes, seinem Wesen nach das Gegenteil des Eroberers, ging nach Spanien. Als "Don Jupp" gewann er mit Real Madrid die Champions League. Acht Tage später gaben ihm die Madrilenen den Laufpass. Das Trainerleben ist eine Achterbahnfahrt.

Jupp Heynckes: Kein Mann für die Kameras

Heynckes, gelernter Stukkateur, neuntes von zehn Kindern einer Arbeiterfamilie, hat das akzeptiert. Ein Dulder, kein Kläger. Keiner, der offensiv verteidigt, nicht einmal sich selbst. Als ihn der Kölner Trainer Christoph Daum im "Aktuellen Sportstudio" vorführte, stieg Uli Hoeneß für Heynckes in den Ring.

Der Mönchengladbacher war nie ein Mann für die Kameras. Den geselligen Rheinländer lässt der Gentleman nur im kleinen Kreis heraus. Persönliches hält er bis heute zurück. Auf Fragen, die über den Fußball hinausgingen, reagierte er misstrauisch oder mit hochrotem Kopf. Als seine Frau Iris, mit er eine Tochter hat, 2004 an Krebs erkrankte, verabschiedete er sich für eineinhalb Jahre vom Fußball, um sich um sie zu kümmern. Als sie sich erholte, nahm er wieder seine alten Wege auf. Geld war für Heynckes kein Antrieb. Als er in Mönchengladbach gehen musste, stellte er den Dienstwagen gewaschen und vollgetankt vor die Geschäftsstelle: "Die Abfindung können Sie auch behalten."

FC Bayern als Schlusskapitel seiner Karriere

Uli Hoeneß holte ihn zum FC Bayern zurück. Es war der Anfang des glorreichen Schlusskapitels seiner Karriere mit Meisterschaft, Pokalsieg und Champions-League-Titel, dem historischen Triple.

Seither ist Heynckes Rentner, lebt mit Frau und Hund auf einem Bauernhof in der Nähe von Mönchengladbach. Heynckes ist zufrieden: "Es ist angenehm, als Privatmann zu leben und im Alltagsmodus unterzutauchen." Die Begeisterung für Hunde gehört zu den vielen Dingen, die ihn mit Uli Hoeneß verbindet.

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