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16.11.2017

Keine Lust auf Vorsorge

In Bayern haben die Menschen offenbar wenig Angst vor Krankheiten. Einer Studie zufolge gehen sie selten zum Arzt und sind mit Tabak und Alkohol unvorsichtig.

München Die Bayern werden nachlässiger bei der Gesundheitsvorsorge. Knapp jeder Zweite im Freistaat gehe zur Krebsvorsorge, das seien neun Prozent weniger als vor drei Jahren, berichtete die Krankenkasse DAK am Donnerstag auf Basis einer aktuellen Umfrage. Auch der Check für Herz-Kreislauf-Erkrankungen werde seltener genutzt. Die Forsa-Studie im DAK-Auftrag ergab zudem, dass zugleich die Bereitschaft sinkt, mit Alkoholverzicht und gesunder Ernährung Krankheiten vorzubeugen.

Eine Rolle spielt offenbar die geringere Sorge vor schweren Krankheiten. „Zunehmend bessere Behandlungsmöglichkeiten bei schweren Krankheiten wie Krebs, Schlaganfällen oder Herzinfarkten tragen aus unserer Sicht dazu bei, dass sich die Menschen in Bayern weniger vor ihnen fürchten“, sagte die Leiterin der DAK-Landesvertretung, Sophie Schwab. „Vorsorge-Untersuchungen bleiben aber wichtig, um Erkrankungen möglichst früh zu erkennen und damit Heilungschancen zu erhöhen.“ Die Kasse wolle ihre Präventionsarbeit verstärken, um die Menschen zu mehr Engagement für ihre Gesundheit zu bewegen.

Zwei Drittel der Bayern fürchten den Krebs, drei Prozentpunkte weniger als in der gleichlautenden Umfrage 2014. Vier von zehn Befragten haben Angst vor Alzheimer und Demenz (minus sechs Prozentpunkte) sowie vor einem Schlaganfall (minus vier). Ebenso viele ängstigen sich, bei einem Unfall schwer verletzt zu werden – doch auch hier sank die Besorgnis (minus sieben). Knapp jeder Dritte fürchtet sich vor einem Herzinfarkt (minus sieben). Ebenso viele fürchten eine schwere Augenerkrankung – hier blieb die Sorge allerdings fast gleich hoch; sie sank nur um einen Prozentpunkt.

Die meisten bewerten ihre Gesundheit als gut und tun etwas dafür. Dennoch sank das Engagement, Sport zu treiben, wenig Alkohol zu trinken, sich richtig zu ernähren oder nicht zu rauchen.

Krebserkrankungen könnten bei frühzeitiger Diagnose erfolgreicher behandelt werden, hieß es. Schlaganfallpatienten würden in Bayern in einem dichten Netz von Schlaganfallstationen versorgt. Über Demenz wiederum sei in den vergangenen Jahren zunehmend aufgeklärt und die Krankheit aus der Tabuzone geholt worden. (dpa)

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