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11.03.2009

Klinsmanns Kampfansage: "Mit uns ist zu rechnen"

Klinsmanns Kampfansage: «Mit uns ist zu rechnen»
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Klinsmanns Kampfansage: «Mit uns ist zu rechnen»
Bild: DPA

München (dpa) - Zwölf Warnschüsse für Europa! Nach dem 5:0 und 7:1 gegen Europas Fußball-Lachnummer Sporting Lissabon sagte Jürgen Klinsmann den echten Champions-League-Größen endgültig den Kampf an.

"Wir haben deutliche Signale raus geschickt, dass mit uns zu rechnen ist", betonte der Trainer des FC Bayern München nach dem Spektakel im Achtelfinale. "Wir zählen zu den besten Acht in Europa, sind hungrig und wollen mehr."

Zwar waren die Portugiesen beim Preisschießen im Achtelfinal- Rückspiel alles andere als ein Maßstab, aber der höchste K.o.-Rundensieg in Europas Eliteliga war allemal ein Zeichen an die möglichen Viertelfinal-Gegner. Bei der Auslosung am 20. März sind unter anderem Michael Ballacks FC Chelsea und der FC Liverpool im Lostopf, in dem die Bayern wohl für niemanden Wunschgegner sind. "In der Königsklasse zittert keiner vor dem anderen, aber Respekt haben diese Ergebnisse sicher hervorgerufen", sagte ein zufriedener Manager Uli Hoeneß. "Wenn sich die anderen die Videos anschauen, werden sie sich auch denken: Hoppla, was ist eigentlich da los?"

Im Ausland kam das Zeichen an. "Jetzt übertreiben es die Bayern aber. Eine Show mit sieben Toren", schrieb die italienische "La Gazzetta dello Sport". Höher gewann noch niemand in einer K.o.-Runde in der Champions League; insgesamt gelang den Bayern ein "tödliches Dutzend", wie der englische "Guardian" feststellte.

Klinsmanns Kampfansage: "Mit uns ist zu rechnen"

Normal können die Münchner irgendwie nicht mehr. Unter Klinsmann, dem eine Erste-Sahne-Europa-Bilanz mit sechs Siegen, zwei Remis und 24:5 Toren weiter Luft verschafft, ist die Mannschaft zu einem "FC Bayern der Extreme" geworden. Dem 2:4 in Leverkusen folgten ein 5:1 gegen Hannover und ein 7:1 gegen Lissabon. Alles ist denkbar in der "Wundertüten"-Saison: Vom Einzug in das Champions-League-Finale am 27. Mai in Rom bis hin zu leeren Händen in der Bundesliga.

Der Spagat zwischen Europa und Bundesliga bleibt prekär. "Heute darf man träumen, aber nicht so lange", warnte Kapitän Mark van Bommel. Der vor Tatendrang sprühende Doppel-Torschütze Lukas Podolski kommentierte: "Wichtig ist, dass wir am Ende in der Meisterschaft nach vorne kommen - und in der Champions League ist alles möglich."

Was auch ohne die verletzten Franck Ribéry und Luca Toni möglich ist, bewiesen die Münchner mit dem zweiten Torreigen binnen vier Tagen. "Es war wichtig zu sehen, dass es auch ohne die beiden geht. 5:1 und 7:1 waren Zeichen, aber die zwei Spieler sind mit Sicherheit nicht zu ersetzen", sagte Nationalverteidiger Philipp Lahm. Wie gut Ersatzleute funktionieren können, bewies der erstmals in einem Pflichtspiel aufgebotene und mit "Butt, Butt, Butt"-Rufen gefeierte Jörg Butt anstelle von Michael Rensing im Tor.

Dass der Besuch des Rückspiels für die 65 000 Zuschauer das Eintrittsgeld wert war, dafür sorgte gegen eine zum Teil in Laurel- und-Hardy-Manier agierende Gäste-Defensive entscheidend der nach Köln wechselnde Podolski. Sogar Klinsmann musste den lange Verschmähten loben: "Lukas will zeigen: 'Ich kann's'", kommentierte der Coach. "Dass Lukas Fußball spielen kann, wussten wir, jetzt zeigt er es endlich", betonte auch Manager Hoeneß. "Ich hoffe, dass er den Schwung bis zum Sommer mitnimmt", meinte Nationalteam-Kollege Miroslav Klose, der mit seinem siebten Treffer Ballack als besten deutschen Champions-League-Torschützen in einer Saison ablöste.

Podolski (7./34. Minute) mit seinem dritten Europapokal- Doppelpack, Polga (39.) mit einem Eigentor, Bastian Schweinsteiger (43.), van Bommel (73.), Klose (82./Foulelfmeter) und Debütant Thomas Müller (89.) bescherten Lissabon bei einem eigenen Treffer durch Joao Moutinho (42.) die nächste Demütigung. "Trainer haben Alpträume nach solchen Spielen", gestand Sporting-Coach Paulo Bento.

Die Bayern dürfen nicht nur vom Titelgewinn träumen. Auch die Geldquelle Champions League sprudelt weiter. 2,5 Millionen Euro kamen für den Viertelfinaleinzug hinzu; schon jetzt kann Hoeneß rund 50 Millionen Euro auf dem Bayern-Konto verbuchen.

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