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Der DFB muss jetzt Ehrlichkeit zeigen - das ist schwer genug

Kommentar Von Tilmann Mehl
07.10.2020

Präsident Fritz Keller war vor einem Jahr angetreten, um den DFB zu erneuern. Der Verband präsentiert sich aber unfähig, positive Schlagzeilen zu erzeugen.

Einzig positiv ist, dass die Stimmung rund um den Deutschen Fußball-Bund nicht mehr hätte schlechter werden können. Insofern bedeuten die Ermittlungen und Hausdurchsuchungen zwar eine weitere Delle in der einstmals so glänzenden Fassade des DFB – um den Leumund des früher so stolzen Verbands ist es aber schon seit Jahren nicht gut bestellt. Die noch immer nicht aufgeklärten Zahlungen rund um das Sommermärchen, der untaugliche Untersuchungsbericht von Freshfield, die scheppernde Trennung von Vermarkter Infront: Reichlich unlautere Methoden für einen der Gemeinnützigkeit verpflichteten Verband. Dazu kommt nun der Verdachtsfall der Banden-Kriminalität.

Präsident Fritz Keller war vor einem Jahr angetreten, um den DFB zu erneuern. Der Verband sollte unter seiner Führung offener werden, mehr soziale Verantwortung übernehmen. Keller lebt das glaubhaft vor. Noch aber kann er mit seinen Botschaften nicht durchdringen, weil das Auftauchen immer neuer Altlasten das Bild des DFB in der Öffentlichkeit prägt. Nur zu gern würde sich der DFB abheben von Fifa, Uefa und IOC – all jenen Verbänden, die mit Korruption und Gier in Verbindung gebracht werden. Derzeit aber steht man mit ihnen in einer Reihe.

Für die Verfehlungen auf Funktionärsebene kann die Nationalmannschaft selbstverständlich nichts. Sie aber ist es, die positiv auf das Image des DFB einwirken könnte. Das macht die Elf von Joachim Löw schon seit mehreren Jahren nicht mehr. Sie befindet sich in einer dauerhaften Selbstfindungsphase und noch ist völlig unklar, wann und wie sie dieser entsteigt. Der DFB präsentiert sich seit mehreren Jahren auf sämtlichen Ebenen unfähig, positive Schlagzeilen zu erzeugen.

Erst mit einem echten Neubeginn kann der DFB selbstbewusst nach Außen wirken

Ein Neubeginn der Beziehung zwischen Fans und Verband lässt sich nicht einfach verordnen. Die Leistungen von Funktionären, Trainern und Spielern waren zu kläglich, als dass Aufbruchsstimmung nun simpel herzustellen wäre. Am ehesten lässt sich das verloren vergangene Vertrauen auf simple Weise wieder zurückerlangen: Ehrlichkeit. Wie will der DFB helfen, die Skandale der Vergangenheit aufzuklären? Welche Leitlinien verfolgt der Verband? Und wie sollen sie umgesetzt werden? Welchen Plan verfolgt Löw mit seiner Mannschaft? Unterschiedliche Themenfelder. Aber nur, wenn überall klare Antworten gefunden werden, kann der DFB auch wieder selbstbewusst nach Außen wirken.

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