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Kommentar
02.11.2017

Die Ära Hamilton hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht

Der neue Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton ließ sich in der Reportertraube beim Selfie feiern.
Foto: Pa, dpa

Lewis Hamilton ist die Galionsfigur der Formel 1. Den Höhepunkt seiner Karriere hat der 32-Jährige aber noch nicht erreicht. Wieso er das junge Publikum anzieht.

Seit Sonntag, seit dem Großen Preis von Mexiko gehört Lewis Hamilton in der Formel 1 zu den ganz Großen. In den 70er Jahren prägten Playboys wie James Hunt, Niki Lauda oder Emerson Fittipaldi die PS-Szene. Damals war die Formel 1 ein mörderischer Sport, keine Saison verging ohne nicht mindestens einen tödlich verunglückten Piloten. Es folgten die Jahre von Ayrton Senna, der sich mit Alain Prost leidenschaftlich fetzte. Ab 1991 kam ein junger Mann aus Kerpen an die Strecken der Welt und stellte bis heute gültige Bestmarken auf. Mit sieben WM-Titeln ist Michael Schumacher der größte Rennfahrer aller Zeiten. Noch einmal dominierte ein Deutscher zwischen 2010 und 2013. Sebastian Vettel holte vier Titel in Serie. Spätestens seit dem vierten WM-Triumph von Lewis Hamilton erlebt die Formel 1 nun eine neue Ära.

Bereits jetzt ist er der erfolgreichste britische Pilot alle Zeiten, und das will etwas heißen. Auf der Insel schlägt seit jeher das Herz der Formel 1, auch weil die meisten Teams dort ihre Basis besitzen. Selbst Mercedes konstruiert und baut nicht in Stuttgart, sondern in Brackley seine Erfolgsmodelle.

Mit vier WM-Titeln hat der 32-Jährige zu Vettel und Prost aufgeschlossen. Vor Hamilton liegen nur noch Juan Manuel Fangio (5) und Schumacher (7).

Lewis Hamilton ist die Galionsfigur der Formel 1

Aber nicht allein die Erfolge zeichnen den neuen Weltmeister aus. Der Typ ist eine echte Nummer, insbesondere wenn er abseits des Asphalts auf die Piste geht. Man muss Brillanten im Ohr, fingerdicke Halsketten und bunte Tattoos nicht mögen – aber Lewis Hamilton ist die Galionsfigur seines Sports. Er trifft sich bevorzugt mit 200-Millionen-Euro-Kicker Neymar oder sucht die Nähe zu Rockstar Rihanna. Er ist eben nicht der Schwiegersohn-Typ, sondern zieht das junge Publikum an – und das braucht die angestaubte Formel 1 in den Zeiten des Zuschauerschwunds mehr denn je.

Den dunkelhäutigen Burschen aus Stevenage in der Grafschaft Hertfordshire zeichnet neben seinem bunten Lebensstil vor allem eines aus: Ehrgeiz. Er ist kein Sohn aus reichem Haus, dem der Papa mit Kontakten und Kohle ein Cockpit in der Königsklasse beschafft hat. Hamilton kommt von ganz unten. Mit zehn Jahren traf Lewis den damaligen Mercedes-Teamchef Ron Dennis und sagte, dass er eines Tages in einem seiner Autos Weltmeister werden würde. Er hat Wort gehalten.

Sein Rennen ist lange nicht zu Ende, die Ära Hamilton hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht.

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