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Eishockey-WM in Belarus: Macht des Geldes brachte Umdenken

Kommentar Von Andreas Kornes
18.01.2021

Die Begründung des IIHF ist halbherzig: Aus Sicherheitsgründen sei es unmöglich, die WM in Belarus zu organisieren. Die Funktionäre haben eine Chance vertan.

Lange, viel zu lange, hatte René Fasel daran festgehalten, die Eishockey-WM in Belarus durchzuziehen. Dass dort seit Monaten schon tausende Demonstranten von einem diktatorischen Regime verhaftet und weggesperrt wurden interessierte den Präsident des Weltverbandes ganz offenbar nicht sonderlich.

Sein Argument: die finanziellen Folgen eines WM-Entzugs wären gravierend. Der Schweizer entblödete sich nicht einmal, bei Alexander Lukaschenko vorbei zu schauen und sich vor laufenden Kameras in dessen Arme zu werfen. Der Diktator genoss die seltene Gelegenheit, sich den internationalen Kameras zu präsentieren, sichtlich.

Einem Diktator eine Bühne bieten - für die IIHF offenbar kein Problem

Erst als einige große Sponsoren androhten auszusteigen, sollte die WM tatsächlich in Belarus stattfinden, setzte ein Umdenkprozess ein. Aber selbst das passierte nur halbherzig. Aus Sicherheitsgründen sei die Entscheidung unvermeidlich gewesen. Aus Sicherheitsgründen. Nicht etwa, weil man einem Diktator die Bühne zur Selbstdarstellung entziehen wollte.

So richtig die längst überfällige Entscheidung ist, so falsch ist die Begründung. Es wäre die Gelegenheit gewesen, klar Stellung zu beziehen gegen ein verbrecherisches Regime. Das geschah nicht.

Bezeichnete den WM-Entzug als «bedauerlich», aber «unvermeidlich»: René Fasel, Präsident des Eishockey-Weltverbandes IIHF.
Foto: Nikolai Petrov/POOL BelTA/dpa

IIHF-Präsident René Fasel hat gezeigt, dass es ihm nur ums Geld geht

Der Weltverband IIHF, allen voran dessen Präsident René Fasel, hat eindrucksvoll das Vorurteil untermauert, dass es den Funktionären im Sport letztlich doch nur ums Geld geht. Das mag in seiner Absolutheit falsch sein. Aber die Chance zum Gegenbeweis ist ungenutzt verstrichen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

19.01.2021

Ob IIHF oder FIFA - es interessiert immer nur das Geld. Menschenrechte sind vollkommen überbewertet.

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19.01.2021

Richtig. Es geht nur ums Geld. Deswegen ist auch Profisport erlaubt und Allgemein- bzw. Freizeitsport eben nicht. Und da soll noch einer sagen, daß die Gesundheit wichtiger als Geld sei ...

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19.01.2021

In diesem Kommentar geht es um etwas ganz anderes als das was Sie meinen zum wiederholten Male anmerken zu müssen, obwohl es nicht zutrifft.

Die Unterscheidung zwischen Profisport und Allgemein- bzw. Freizeitsport liegt eben darin, dass es einmal um Berufsausübung geht und im anderen Fall um Hobby.

Profisportler leben überwiegend in Blasen und sind Bestgetestet. Wie wollen Sie das für Hobbsportler sicherstellen?



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