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So bringt der ungeimpfte Joshua Kimmich das Impfen voran

Kommentar Von Johannes Graf
10.11.2021

Mit seiner Aussage, ihm fehlten Langzeitstudien, hat der Profi des FC Bayern Aufklärungsarbeit geleistet. Dass er jetzt in Quarantäne muss, wird Impfverweigerer grübeln lassen.

Joshua Kimmich verdient Dank. Die Popularität des Fußballprofis des FC Bayern München hat geholfen, Vorbehalte gegenüber dem Impfen auszuräumen. Unfreiwillig hat der 26-Jährige eine Kampagne gestartet. Seine berühmte wie fragwürdige Aussage, ihm fehlten Langzeitstudien, hat letztlich zu gesteigertem Interesse an Aufklärung geführt: über Impfnebenwirkungen, die nur kurzfristig auftreten können, und über die Wirksamkeit der Vakzine, die in unzähligen Daten erfasst ist.

Man kann es in diesen Tagen nicht oft genug betonen: Geimpfte haben Antikörper in sich, die eine Vermehrung der Viren einschränken, mitunter sogar verhindern. Geimpfte haben selten schwere Krankheitsverläufe und sind äußerst selten von Langzeitschäden betroffen. Geimpfte schützen sich und Mitmenschen und leisten somit einen Beitrag für die Gemeinschaft.

Inzwischen sollte jedem klar sein, dass das Impfen nur Vorteile mit sich bringt

Ob er dies wollte oder nicht: Erneut wird Kimmich nun dazu beitragen, das Impfen weiter voranzubringen. Warum? Weil seine siebentägige Quarantäne deutlich macht, was renitenten Impfverweigerern in diesem Winter droht. Mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz und volle Intensivstationen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, direkt oder indirekt mit dem Virus in Kontakt zu kommen. Hat der Ungeimpfte Glück, übersteht er eine Infektion ohne schwere Symptome oder Langzeitschäden. Auf jeden Fall aber muss er in Quarantäne. In Bayern als Infizierter 14 Tage, als Kontaktperson sieben Tage. Einen Profifußballer wird das nicht schmerzen, aber ein Angestellter erhält in dieser Zeit keine Lohnfortzahlung. Inzwischen sollte jedem klar sein, dass das Impfen nur Vorteile mit sich bringt. Auch Kimmich selbst.

Zudem wird sein Arbeitgeber den Druck auf ihn erhöhen. Dem FC Bayern Müünchen dürfte kaum gefallen, wenn er im eng getakteten Spielplan wiederholt auf Profis verzichten muss, die sich in Quarantäne befinden.

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