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24.06.2009

Kurzschicht für Haas - Kohlschreiber gegen Federer

Kurzschicht für Haas - Kohlschreiber gegen Federer
Bild: DPA

London (dpa) - Kurzarbeit, Zitterspiel und Bruchlandung: Die deutschen Tennis-Herren lieferten in der zweiten Wimbledon-Runde ein buntes Tennis-Programm, das für Thomas Haas und Philipp Kohlschreiber glücklich mit dem Einzug in die dritte Runde endete.

Den schnellsten Auftritt hatte Thomas Haas, der nur eine halbe Stunde auf dem kleinen Center Court zubrachte. Dann gab der Franzose Michael Llodra mit schmerzverzerrtem Gesicht die Partie gegen den 31-jährigen Hamburger auf, der zu diesem Zeitpunkt mit 4:3 in Führung lag. Einem Stoppball war Llodra so ungestüm hinterher gerannt, dass er in den Schiedsrichterstuhl krachte und ein Ballmädchen unter sich begrub. Die junge Dame überstand den Zusammenstoß mit dem 29-Jährigen unverletzt, Llodra aber warf das Handtuch. "Solch verrückte Sachen passieren immer wieder im Tennis. Diesmal Gott sei Dank nicht mir. Aber man freut sich natürlich nicht darüber", sagte Haas, der Freitag auf Sam Querrey aus den USA oder den Kroaten Marin Cilic trifft.

Kurz davor, die Flinte ins Korn zu werfen, war im heftigen Wind von London der an Nummer 27 gesetzte Kohlschreiber, der sein Minimalziel und den Härtetest gegen Roger Federer schließlich aber erreichte. Starke Nerven und großer Einsatz waren gegen den Tschechen Ivo Minar allerdings vonnöten, ehe der 6:4, 3:6, 4:6, 6:2, 8:6-Erfolg geschafft war. "Das Ziel ist natürlich Federer, aber vorher muss ich noch kräftig arbeiten", hatte Kohlschreiber geahnt. In zwei Tagen steigt nun die Revanche für die Finalniederlage im vorigen Jahr in Halle. "Der dickste Brocken im Feld", so Kohlschreiber, setzte sich derweil locker in drei Sätzen gehen den Spanier Guillermo Garcia-Lopez durch.

Nach dem Höhenflug des Vorjahrs bis ins Halbfinale stürzte Rainer Schüttler diesmal schon in der zweiten Runde ab. Gegen seinen Angstgegner Dudi Sela aus Israel kassierte der 33-Jährige mit 6:7 (3:7), 3:6, 2:6 eine bittere Niederlage, die der Erstrundenpleite in Melbourne Anfang des Jahres in Nichts nachstand. Schon zum dritten Mal verlor der Korbacher gegen den neun Jahre jüngeren Israeli, der nach der Premiere 2008 erst sein zweites Match auf dem "Heiligen Rasen" gewann und ihn streckenweise vorführte.

Kurzschicht für Haas - Kohlschreiber gegen Federer

Die erwartete Zweitrunden-Niederlage kassierte Qualifikant Simon Greul gegen den übermächtigen Serben Novak Djokovic. Der Reutlinger unterlag dem Mitfavoriten auf den Titel mit 5:7, 1:6, 4:6. Eine herbe Enttäuschung erlebte auch Maria Scharapowa. Trotz allen Stöhnens, das sich im Verlaufe der Partie zu einem Dezibel-Orkan entwickelte, unterlag die Wimbledon-Siegerin von 2004 auf dem Center Court Gisela Dulko aus Argentinien mit 2:6, 6:3, 4:6. Auch im Vorjahr war die 22-jährige Russin in Runde zwei ausgeschieden und danach zehn Monate verletzt gewesen. Deshalb war ihre Devise vor dem Kurztrip nach Wimbledon: "Ich bin froh, überhaupt wieder hier zu sein."

"Heute war definitiv nicht mein Tag", sagte Schüttler. "Aber ich muss auch neidlos akzeptieren, dass Dudi nach dem ersten Satz einfach der Bessere war." Bei strahlendem Sonnenschein und 25 Grad im Schatten hatte Schüttler nicht einmal schlecht angefangen gegen den Israeli, der nach seinem Debüt 2008 erst sein zweites Match auf dem "Heiligen Rasen" gewann. Doch ein paar verpatzte Bälle - und der Vorteil war vergeben.

Danach hatte Schüttler nichts mehr zu Lachen. Die beiden verlorenen Duelle in Melbourne und Peking 2008 im Hinterkopf lähmten seine Bemühungen - oder der quirlige Israeli machte sie zunichte. "Er hat nach dem ersten Satz konstant gut gespielt - und ich mal gut und mal weniger gut", ärgerte sich Schüttler, der beim Davis-Cup-Viertelfinale in Spanien nicht dabei sein wird. "Ich spiele in Stuttgart und Hamburg."

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