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Leichtathletik
01.07.2016

Wie die Tochter von Dieter Baumann ihren eigenen Weg geht

Jackie Baumann - die Tochter von Leichtathletik-Legende Dieter Baumann. (Archiv)
Foto: Sven Hoppe (dpa)

Der Name Baumann hat die Leichtathletik geprägt. Dieter war 5000-m-Olympiasieger und Hauptfigur eines bizarren Dopingfalles. Jackie läuft auch, aber ihren eigenen Weg.

Es gibt viele Geschichten von Söhnen und Töchtern die es nie aus dem Schatten ihrer berühmten Väter und Mütter herausgeschafft haben. Die sich ihr Leben lang an den Leistungen ihrer übermächtigen Eltern messen lassen mussten und nie auf eigene Beine kamen. Jackie Baumann, das kann man voraussagen, wird nie zu diesen Töchtern gehören.

Dabei trägt die 20-Jährige einen Namen, der beinahe zwei Jahrzehnte lang die deutsche Leichtathletik geprägt hat, wie kein anderer. Ihr Vater, Dieter Bauman, gewann bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul über 5000m die Silbermedaille, vier Jahre später in Barcelona Gold. Er war Europameister und sammelte daneben noch etwa 40 nationale Titel.

Baumann war der einzige Europäer, der den leichtfüßigen Afrikanern folgen konnte, was ihm den Ehrentitel „weißer Kenianer“ einbrachte. Darüber hinaus war der gebürtige Blausteiner ein Wortführer, der offensiv gegen Doping kämpfte. Umso schwerer hat es die Leichtathletik getroffen, als 1999 eine Dopingprobe Baumanns Spuren des anabolen Steorids Nandrolon aufwies. Als Zahnpasta-Tuben auftauchen, die mit Nandrolon versetzt waren, setzte der Läufer 100000 Euro Prämie für die Ergreifung des Täters in der „Zahnpasta-Affäre“ aus. Der umtriebige Schwabe sah sich als Opfer eines gezielten Anschlags. Es folgte ein juristisches Tauziehen mit einem Freispruch durch den nationalen Verband (DLV) und einer zweijährigen Sperre durch den Internationalen Verband (IAAF).

Dieter Baumann auf dem Weg zu seinem größten Triumph: Bei Olympia 1992 in Barcelona gewann der „weiße Kenianer“ Gold im 5000-m-Lauf.
Foto: Witters

In Deutschland ist Baumann auf ihrer Strecke unangefochten

Jackie Baumann war damals drei Jahre alt. Selbst als ihr Vater wieder starten durfte und 2002 in München noch einmal Vize-Europameister über 10000m wurde, war sie zu jung, um sich an diese Zeiten zu erinnern. Später, sagt sie „habe ich das nie mit ihm besprochen. Ich habe das Buch über den Fall nicht gelesen und den Film darüber nicht gesehen“. Überhaupt hat der erfolgreiche Vater überraschend wenig mit der sportlichen Entwicklung seiner Tochter zu tun. Um genau zu sein, sagt Jackie Baumann, „hat er für meine Karriere nie wirklich eine Rolle gespielt“. Die 400-m-Hürdenläuferin kann inzwischen ohne Übertreibung von „Karriere“ reden.

Bei den deutschen Meisterschaften vor einem Jahr in Nürnberg war ihr Triumph für Uneingeweihte noch eine Überraschung. Zuletzt in Kassel hat sie bereits Erwartungsdruck gespürt, der auf einer Titelverteidigerin lastet. Sie hat ihm standgehalten, und wieder gewonnen. In Deutschland ist sie auf ihrer Strecke unangefochten. Mitte der Woche hat sie der DLV für die Europameisterschaft in Amsterdam (6. bis 10. Juli) nominiert. Als nächstes wird die Berufung für Olympia in Rio (5. bis 21. August) folgen. Die Norm (56, 20 Sekunden) hat sie im Mai um eine hundertstel Sekunde unterboten. Dass sie mit ihrer Bestzeit (56,19) international noch nicht mithalten kann, weiß sie. Gleichzeitig spürt sie „noch eine Menge Luft nach oben“. Sie habe sich in der Vergangenheit oft Grenzen gesteckt, so Baumann, „heute sage ich mir, es ist alles möglich. Ich will meine Grenzen herausfinden“.

In Rio dürfte Baumann vor allem Erfahrungen sammeln

Das klingt entschlossen und selbstbewusst. Da spielt es auch keine große Rolle, dass ein Olympiastart für die Lehramtsstudentin (Geschichte und Sport) vier Jahre früher kommt als gedacht. Die Spiele 2020 waren ihr Ziel.

In Rio dürfte sie vor allem Erfahrungen sammeln. 15 Stunden die Woche trainiert sie an normalen Tagen, angeleitet von ihrer Mutter Isabel, früher Trainerin von Dieter Baumann in dessen besten Zeiten und Bundestrainerin der deutschen 10000-m-Männer.

Für die Technik ist Sven Rees zuständig, der auch den deutschen Meister im Hürdensprint, Gregor Traber, betreut. „Meine Mutter hat den größten Einfluss auf meine Karriere“, sagt Jackie Baumann, die ihre besondere Beziehung zur Trainerin-Mutter schätzt: „ Da existiert eine Vertrauensbasis, die in anderen Fällen erst geschaffen werden muss.“

Der Nachteil? „Man schleppt alles mit nach Hause.“ Eine Last, die nicht mehr so groß ist, seit sie mit ihrem Freund, getrennt von den Eltern wohnt. Und ihr Vater? Läuft noch immer viel. Ist jetzt Kabarettist. Wenn Jackie startet, sitzt er im Stadion und schaut zu, wie seine Tochter ihren eigenen Weg geht.

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