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Manchester City und die verdiente Schadenfreude

Manchester City und die verdiente Schadenfreude
Kommentar Von Tilmann Mehl
17.02.2020

Manchester City ist nicht einmal ein Pyrrhussieg vergönnt. Gut so. Das Team von Pep Guardiola muss vollkommen berechtigt mit Schadenfreude leben.

Es gibt Siege, für die es sich zu kämpfen lohnt. Der Triumph von Keith Richards über die Drogensucht beispielsweise. Uli Hoeneß gegen den niedrigen Blutdruck oder Boris Becker versus die Konventionen soliden finanziellen Haushaltens.

Auf der anderen Seite ist manch ein Erfolg nicht jene Mühe wert, die investiert wurde. In Moskau ging unlängst eine 23-Jährige weit über ihre Leistungsgrenze hinaus. Sie setzte sich nach einem harten Ringen gegen ihre elf Konkurrentinnen durch. Der Lohn: ein Erfolg beim örtlichen Kuchen-Wettessen. Im Endspurt übertrieb sie es aber mit ihrem Einsatz. Sie bezahlte den Sieg mit ihrem Leben. Erstickt an einem Stück Gebäck.

Bildungsbürger oder solche, die sich dafür halten, bezeichnen einen derartigen Erfolg als Pyrrhussieg. Einsatz und Ertrag liegen in diesem Fall in einem ungesunden Ungleichgewicht. König Pyrrhos wollte sich nach einem Erfolg gegen die Römer so gar nicht freuen: „Noch so ein Sieg, und wir sind verloren.“ So kam es. Die Pyrrhischen Kriege gingen letztlich verloren. Gottseidank. Asterix, Obelix und der moderne Straßenbau wäre ohne die expandierenden Römer undenkbar gewesen.

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Überraschenderweise lässt sich nicht alles kaufen

König Pyrrhos und das bemitleidenswerte russische Opfer seiner eigenen Fressattacke haben gemein, immerhin einen Sieg errungen zu haben. Anders als Manchester City. Das vom Emirat Abu Dhabi großzügig unterstützte Fußball-Unternehmen hat es trotz erheblicher finanzieller Zuwendungen bislang nicht geschafft, die Champions League zu gewinnen. Holen sie den Titel nicht in diesem Jahr, wird es auf absehbare Zeit so bleiben, dass der Aufwand nicht durch Erfolge in der Königsklasse gerechtfertigt wird. Der Verein von Trainer Pep Guardiola ist für zwei Jahre ausgeschlossen worden, weil er allzu offensichtlich mit Geld um sich warf, dessen Herkunft nicht geklärt ist.

Titel in der englischen Liga sind die arabischen Potentaten überdrüssig. Es sollte der große Triumph sein. Dass daraus nichts wurde, ist einer jener wenigen Momente, in denen sich Schadenfreude nicht hinter der Fassade guter Erziehung verstecken muss. Und sollte Manchester tatsächlich dieses Jahr die Champions League gewinnen, sei an jene arme Russin erinnert.

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