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Schwimmen

14.06.2017

Marco Koch braucht eine Spitzenzeit

Bei den deutschen Meisterschaften geht es um die Qualifikation für die WM in Budapest. Warum für Koch und andere ältere Athleten besonders harte Normen gelten

Auch der Schwimm-Weltmeister muss sich für das WM-Ticket mächtig strecken. Marco Koch muss für die Qualifikation in etwa so schnell schwimmen wie im Olympia-Finale 2016. „Solche Zeiten schüttelt man nicht so leicht aus dem Ärmel“, sagte der 27-Jährige vor den deutschen Meisterschaften, die am Donnerstag in Berlin beginnen.

Das Jahr 2016 barg für den Brustschwimmer gemischte Gefühle. Er brach einen Weltrekord und holte zwei WM-Titel auf der Kurzbahn. Doch viel lieber wäre der beste deutsche Schwimmer der vergangenen Jahre bei Olympia in Rio der Schnellste gewesen. „Es ist natürlich traurig, dass es zu dem Zeitpunkt, an dem es am wichtigsten gewesen wäre, nicht zu 100 Prozent gepasst hat, weil man krank oder verletzt war. Aber so ist der Sport, das kann man nicht ändern“, sagte Koch.

Der Weltmeister hadert nicht lange. Schnell richtete er den Blick nach Tokio. Dort will er bei den nächsten Sommerspielen in drei Jahren seine Bestleistung abrufen. Gleich nach Rio nahm er bis zu 13 Kilo ab, seine Leistungsfähigkeit verlor er trotz der Diät nicht. Vor der Saison, die bei der WM vom 14. bis 30. Juli in Budapest ihren Höhepunkt hat, optimierte Koch das Krafttraining: „Das hat sehr lange gedauert, bis ich wieder ein Gefühl für die neue Kraft bekommen habe. Erst seit ein paar Wochen fühle ich mich wieder wie ein Schwimmer.“

In Rio belegte Koch in 2:08,00 Minuten Rang sieben über 200 Meter Brust. Fürs WM-Ticket muss er in Berlin im Finale 2:08,20 erreichen. Ältere Athleten müssen Zeiten schwimmen, die bei Olympia den Endlauf gebracht hätten. „Das ist ein Brett“, sagte Bundestrainer Henning Lambertz. „Bei der DM ist er noch nie so schnell geschwommen, wie er schwimmen muss. Aber das ist der Maßstab in der Welt. Und wenn wir uns mit der Welt messen wollen, müssen wir in der Lage sein, solche Zeiten zu schwimmen.“

Die harten Normzeiten sind eine Reaktion auf die Olympia-Pleite ohne Medaille. Nur wenige ältere deutsche Schwimmer werden es wohl ins WM-Team schaffen. Für U23-Athleten gelten vereinfachte Normen. Die deutsche Auswahl soll für die Zukunft geformt werden. Doch ohne Topathleten geht es nicht. Ob in Tokio 2020 oder bei der WM 2017, Weltmeister Koch zählt zu den Medaillenkandidaten. „Man strebt immer nach der persönlichen Bestzeit“, sagte Koch. Alles andere könne er nicht beeinflussen. (dpa)

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