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29.07.2010

Massas schwere Rückkehr: "Leben schätzen gelernt"

Massas schwere Rückkehr: «Leben schätzen gelernt»
Bild: DPA

Budapest (dpa) - Felipe Massas Erinnerung an den Horror-Crash von Budapest ist gelöscht, die Nachwirkungen aber spürt der Formel-1-Pilot bis heute.

"Das hat mich das Leben viel mehr schätzen gelehrt als davor", sagte der Ferrari-Fahrer vor seiner Rückkehr nach Ungarn. Auf dem Hungaroring hatte der Brasilianer vor einem Jahr bei seinem schrecklichen Unfall schwere Kopfverletzungen erlitten, für einige Zeit im Koma gelegen und danach den Rest der Saison pausieren müssen.

"Ich bin jetzt zehnmal dankbarer für die einfachen Dinge des Lebens. Das hat mein Leben und meine Gesundheit in ein neues Licht gerückt, ich nehme nichts mehr als selbstverständlich hin", erklärte Massa vor dem letzten Rennen vor der Sommerpause. Monatelang hatte er nach dem Unglück verbissen um sein Comeback gekämpft. Ferrari stand in den schweren Stunden zu ihm und hielt ihm für diese Saison den Pilotensitz frei. Doch ausgerechnet vor der Wiederkehr nach Budapest sieht sich Massa von der Scuderia zur Hilfskraft degradiert.

Die offensichtliche Stallorder von Hockenheim zeigte dem 29-Jährigen, dass er für die restlichen acht Rennen der Saison nur noch zweite Geige hinter Fernando Alonso spielen darf. "Ich bin ein Profi, und das habe ich in diesem Fall bewiesen", beteuerte Massa nach dem Überholskandal. Beim Großen Preis von Deutschland hatte er Alonso auf Teambefehl den Sieg überlassen. Doch seine Enttäuschung konnte der Südamerikaner kaum verbergen, zumal er seit dem Schicksalstag von Budapest auf seinen zwölften Grand-Prix-Triumph wartet.

Massas schwere Rückkehr: "Leben schätzen gelernt"

In der Qualifikation am 25. Juli 2009 hatte ihn eine abgerissene Metallfeder des Brawn-Rennwagens seines Landsmanns Rubens Barrichello mit 240 Stundenkilometern am Kopf getroffen und den Helm schwer ramponiert. Massa erlitt einen Schädelbasisbruch und einen tiefen Schnitt über dem linken Auge. Bewusstlos raste er in einen Reifenstapel. Erst nach neun Tagen konnte er das Militär-Krankenhaus von Budapest wieder verlassen. Als Ersatzmann wollte der damalige Ferrari-Berater Michael Schumacher einspringen, doch eine Nackenverletzung stoppte den Rekordchampion.

Schumacher ist längst für Mercedes ins Renngeschäft zurückgekehrt, Massa ist auf der Strecke fast wieder der Alte. "Beruflich hat sich für mich nichts geändert, wenn ich das Visier schließe und auf die Rennpiste gehe. Man macht einfach alles wie davor, ohne an den Unfall zu denken", sagte der 125-malige Grand-Prix-Teilnehmer. "Nein, ich habe keine Angst."

Die nächste Prüfung aber hat schon begonnen. Die Rolle als Alonsos "Wasserträger" dürfte Massa kaum behagen. Als warnendes Beispiel dient ihm Barrichello, der einst als Schumachers Ferrari-Adjutant viele Fans am Zuckerhut verprellte. "Man tut eben, was man muss", meinte Massa - glücklich sah er dabei nicht aus.

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