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Playoff-Finale

14.04.2015

Meisterlicher Meister: Ingolstadt gelingt großer Schritt zum Titel

Meisterlich: Der ERC Ingolstadt gewann in Mannheim mit 6:1. Damit führt der Titelverteidiger in der „Best-of-Seven“-Serie mit 2:1.
Bild: Xaver Habermeier

Der ERC Ingolstadt zeigt eine beeindruckende Leistung und gewinnt Spiel drei in Mannheim mit 6:1. Damit führt der Titelverteidiger in der Serie gegen den Hauptrundenprimus mit 2:1.

Ingolstadt Unglaublich, diese Panther! Dank eines furiosen Mitteldrittels (4:0) hat der ERC Ingolstadt gestern Abend das dritte DEL-Finalspiel bei den Adlern Mannheim mit sage und schreibe 6:1 (1:1, 4:0, 1:0) gewonnen und ist damit in dieser „Best-of-Seven“-Serie mit 2:1 in Führung gegangen. Das vierte Mal treffen die beiden Teams am kommenden Freitag (19.30 Uhr) in der Saturn-Arena aufeinander.

„Ich denke schon, dass die Mannheimer von unserer Leistung im zweiten Match am Sonntag (5:2 für Ingolstadt, Anm.d. Red.) ziemlich beeindruckt waren“, so Larry Huras. Gleichzeitig war der Panther-Headcoach jedoch „fest überzeugt, dass wir am Dienstag eine ganz andere Adler-Mannschaft sehen werden. Mein Trainer-Kollege Geoff Ward wird sich mit Sicherheit einiges einfallen lassen, damit sich seine Truppe anders präsentiert. Darauf müssen wir körperlich und mental vorbereitet sein“.

Gänzlich unverändert war dagegen gestern Abend zunächst die schwache Schiedsrichter-Leistung, die sich bislang durch die komplette Finalserie zieht. Bereits nach wenigen Sekunden fielen die beiden Unparteiischen Lars Brüggemann und Daniel Piechaczek auf eine „Schauspiel-Einlage“ von Dennis Endras herein. Als ERCI-Stürmer Petr Taticek am MERC-Kasten vorbei fuhr, stellte der Adler-Schlussmann einen Fuß heraus, nahm den Kontakt auf und ging zu Boden. Von der Strafbank aus musste Taticek mit ansehen, wie die Hausherren gleich mächtig Druck auf den Kasten der Schanzer aufbauten. Doch Timo Pielmeier war in dieser Anfangsphase gegen Kai Hospelt, Kurtis Foster und Jochen Hecht (alle 3.) auf dem Posten. Zudem strich ein Schuss von Frank Mauer um Zentimeter vorbei.

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Wesentlich besser machten es dagegen die Ingolstädter bei ihrer ersten Überzahl-Gelegenheit. Adler-Verteidiger Dennis Reul saß gerade einmal vier (!) Sekunden in der „Kühlbox“, als die rund 600 mitgereisten Panther-Anhänger die Führung bejubelten. Getreu dem Motto „Jede Scheibe zum Tor ist eine gute Scheibe“ schlenzte Michel Periard das Spielgerät in Richtung Endras, der dabei keine gute Figur abgab (4.). Was für ein Auftakt für die Oberbayern, die sich darüber jedoch nicht allzu lange freuen konnten. Bereits zwei Zeigerumdrehungen später hatte der Favorit aus Mannheim ausgeglichen. Einem Schuss von Jonathan Rheault gab Kai Hospelt die entscheidende Richtungsänderung – 1:1 (6.).

Wer nun jedoch gedacht hätte, dieser Treffer wäre das Startsignal für einen wahren Sturmlauf der Einheimischen in Richtung Pielmeier, sah sich im weiteren Verlauf des ersten Abschnitts eines Besseren belehrt. Die Panther standen defensiv bis auf ganz wenige Ausnahmen bombensicher, gewannen die Mehrzahl der Zweikämpfe, blockten unzählige Schüsse und gingen beim Spielaufbau in der eigenen Zone keinerlei Risiko ein. Lediglich Rheault hatte im Nachsetzen noch eine gute Möglichkeit auf dem Schläger, scheiterte aber am aufmerksamen Pielmeier (13.).

Glückseligkeit im Panther-Fanblock: Die mitgereisten Anhänger des ERC Ingolstadt hatten in Mannheim mächtig Grund zur Freude.
Bild: Xaver Habermeier

Was der ERC Ingolstadt dann im zweiten Drittel auf das Eis der SAP-Arena „zauberte“, verdiente nur ein Prädikat: Meisterlich! Nachdem Endras zunächst noch gegen Jared Ross klären konnte (21.), sorgte der zweite Lapsus des deutschen Nationalgoalies am gestrigen Abend für die erneute Panther-Führung. Einen eher harmlosen Schuss von Brendan Brooks aus spitzem Winkel ließ Endras zwischen seinen Schonern hindurch über die Torlinie flutschen (22.). Als dann auch noch Aaron Brocklehurst eine tolle Vorarbeit von Brandon Buck mit dem 3:1 „veredelte“, herrschte im Mannheimer Lager endgültig Schockstarre. Diese hätte Patrick Hager nur 60 Sekunden später beinahe zum vierten ERCI-Treffer genutzt, aber sein Alleingang von der Mittellinie war nicht von Erfolg gekrönt.

Erst nach und nach erholten sich die Adler wieder und hatten Pech, dass Christoph Ullmann in der 35. Minute nur den Pfosten traf. Doch genau in der Phase, in der die Gastgeber wieder die Oberhand zu gewinnen schienen, schlug der Titelverteidiger eiskalt zu. Innerhalb von nur 33 Sekunden schraubten Ross (39./nach tollem Einsatz von Patrick Hager) und John Laliberte (39./Derek Hahn hatte die Vorarbeit geleistet) das Ergebnis unmittelbar vor der zweiten Drittelpause auf 5:1 – unfassbar!

Danach war für Endras Feierabend. Er wurde von Youri Ziffzer ersetzt. Aber auch dieser musste im Schlussdurchgang hinter sich greifen, als Buck ein weiteres Powerplay der Panther nutzte und das halbe Dutzend vollmachte (44.). Der Hauptrunden-Erste reagierte anschließend mächtig gefrustet, leistete sich nun „schmutzige Aktionen“ und zettelte einige Faustkämpfe an. Aber auch aus diesen gingen die Panther – wie Jeff Szwez gegen Danny Richmond – siegreich hervor (50.).

Statistik und Stimmen zum Spiel

ERC Ingolstadt: Pielmeier – Schopper, Friesen; Picard, Köppchen; Periard, Kohl; Brocklehurst – Taticek, Buck, Greilinger; Laliberte, Hahn, Szwez; Hager, Ross, Brooks; Gawlik, Boucher, Davidek. – Tore: 0:1 Periard (4./PP1), 1:1 Hospelt (6.), 1:2 Brooks (22.), 1:3 Brocklehurst (26.), 1:4 Ross (39.), 1:5 Laliberte (39.), 1:6 Buck (44./PP1).

Zuschauer: 13.600

Larry Huras (Trainer ERC Ingolstat): „Kompliment an die Schiedsrichter, dass sie das Spiel unter Kontrolle genommen haben. Wir erwarten jetzt natürlich eine starke Reaktion der Mannheimer in der nächsten Begegnung am Freitag in Ingolstadt.“

Timo Pielmeier (Torhüter ERC Ingolstadt): „Ich denke, dass die Partie im ersten Drittel noch ausgeglichen war. In den zweiten 20 Minuten haben unsere Jungs dann ihre Chance super ausgenutzt. Zu meiner eigenen Leistung möchte ich nicht viel sagen. Nur so viel: Mein Ziel ist es, unserem Team immer eine Chance zu geben, jedes Match zu gewinnen. Wir werden den heutigen Sieg sicherlich nicht überbewerten. Am Freitag wartet die nächste schwere Aufgabe auf uns. Aber auch dort wollen wir von Beginn an unsere Krallen ausfahren.“

Petr Taticek (Stürmer ERC Ingolstadt): „Insgesamt haben wir heute als Mannschaft eine ordentliche Leistung abgeliefert. Unsere Reihe war zwar heute schlecht – dafür haben die anderen Formationen einen tollen Job gemacht. Bis zum möglichen Gewinn der Meisterschaft ist es aber noch ein sehr, sehr langer Weg.“

Michel Periard (Verteidiger ERC Ingolstadt): „Bei meinem Führungstreffer habe ich nicht lange überlegt Die Schussbahn war frei und glücklicherweise hat das Ding genau gepasst. In den bisherigen drei Partien haben wir sehr konstant gespielt und den Adlern einige Rätsel, die sie nicht knacken konnten, aufgegeben. Aber auch wenn wir heute mit 6:1 gewonnen haben, dürften wir nicht vergessen, dass es ‘nur’ ein Spiel war – nicht mehr und nicht weniger.“

Benedikt Schopper (Verteidiger ERC Ingolstadt): „Es war immens wichtig, dass wir nach dem 1:1-Ausgleichstreffer der Adler die Ruhe behalten und die richtigen Antworten gegeben haben. Vor allem unsere Stürmer waren mit ihrem frühen und aggressiven Forechecking sehr produktiv und haben damit die Mannheimer mächtig unter Druck gesetzt. Aber auch Timo Pielmeier war wieder hervorragend! Dass die Mannheimer zum Ende der Partie sehr gefrustet waren, hat man deutlich gesehen. In dieser Phase war es unser Ziel, Timo und uns selbst vor den Adler-Attacken zu schützen. Das ist uns glücklicherweise gelungen.“

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