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Millionen schauen zu: Warum es trotzdem keinen Boom im Handball gibt

Kommentar Von Milan Sako
23.01.2019

Über zehn Millionen Deutsche sahen den Sieg gegen Kroatien bei der Handball-WM 2019. Zu einem Boom wird das aber nicht führen - aus verschiedenen Gründen.

Deutschland, einig Handball-Land. Zehn Millionen Zuschauer verfolgten am Montagabend den Triumph gegen Kroatien. Damit ist die Sendung sogar erfolgreicher als die Fußball-Bundesliga mit dem Bayern-Spiel am Freitag gegen Hoffenheim. Gensheimer, Wiencek und Kollegen begeistern von Flensburg bis Füssen die Republik. Die Söhne des Kollegen werfen zu Hause im Wohnzimmer nur noch Softbälle gegen die Terrassentüre – selbstredend im Sprungwurf.

Und selbst Freiburgs Fußballcoach Christian Streich schwärmt von Kerlen, die zusammenrummsen und wieder aufstehen, als wäre nichts gewesen. Ganz anders als mit goldenen Steaks gestärkte Fußball-Diven, die neymaresk achtzig Meter weit über den Rasen rollen, weil sie einen Luftzug vom Bein des Gegenspielers gespürt haben.

Die Handballer träumen mal wieder davon, künftig wenigstens einen Krümel vom TV-Sportkuchen in ARD und ZDF abzubekommen, der sich aus Bundesliga-Fußball, Zweitliga-Fußball, Drittliga-Fußball, Regionalliga-Fußball, Frauen-Fußball und ein paar Minuten Restsport zusammensetzt.

Auch beim Eishockey endete die Euphorie schnell wieder

Blicken wir ein knappes Jahr zurück. War da was? Spielte da nicht ein verschworener Haufen Eishockey-Männer im fernen Pyeongchang so großartig auf, dass Millionen Deutsche sich mitten in der Nacht den Wecker stellten, um die Erfolge der Helden auf Kufen gegen die Eishockey-Weltmächte Schweden oder Kanada zu bejubeln?

Auch die Eishackler hofften auf einen Boom und hatten in dem über 1000-fachen Nationaltrainer Marco Sturm einen großartigen Botschafter. Sturm ging zu Blickpunkt Sport im Bayerischen Fernsehen und saß bei Markus Lanz im ZDF.

Als jedoch vor einer Woche das DEL-Wintergame zwischen Köln und Düsseldorf vor 47.000 Zuschauern im Kölner Fußballstadion stieg, berichtete das ZDF-Sportstudio genau – nichts, null, keine Sekunde. Aus Zeitgründen sei der Beitrag aus der Sendung gefallen, argumentierte ZDF-Sportchef Fuhrmann gegenüber dem Kölner Nationalverteidiger Moritz Müller, der sich öffentlich darüber beschwert hatte.

Handball-Bundesliga wird nicht im Free-TV laufen

Sobald die Handball-Bundesliga startet, werden die Wurf-Helden wieder im Bezahl-Fernsehen Sky verschwinden. Und am Jahresende wird das Nationalteam, sofern es den WM-Titel holt, in der ZDF-Gala von Baden-Baden zur Mannschaft des Jahres gewählt. Dankeschön und auf Nimmerwiedersehen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, das auch von Zweitverwertungs-Rechten der Eishockey-Liga seltenst Gebrauch macht. Ist ja kaum Zeit für Handball oder Eishockey, weil Fußball läuft oder: Wie Hasan Salihamidzic den Hund von Uli Hoeneß am Bayern-Trainingsplatz Gassi führt.

Alle Informationen zur Handball-WM 2019 finden Sie hier:

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Die Diskussion ist geschlossen.

23.01.2019

Die Frage ist aber doch , werter Vorredner :
warum sich der ÖR ausgerechnet die Fußball-Senderechte geschnappt hat - und somit jeder Beitragszahler
zwangsweise das vergoldete Ribery - Steak bezahlen muß ,
obwohl dieser und jener Zwangsbeitragszahler vielleicht mit Fußball gar nichts anfangen kann und viel lieber Basketball, Handball, Eishockey,Tuniertanzen,Wasserball, American Football , Turmspringen oder welchen Sport auch immer ansehen möchte ?!

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23.01.2019

Offensichtlich hat der Kommentator Null Ahnung von Fernsehrechten, aber immer schön auf die ö.R. schimpfen!

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