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Formel 1

27.05.2019

Mit dem Geist von Niki

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Schweigeminute für eine Rennsport-Ikone. Vor dem Rennen wurde des verstorbenen Niki Lauda gedacht.
Bild: Andrej Isakovic

Lewis Hamilton muss lange um den Sieg fürchten. Dass er ihn doch noch einfährt, führt er auch auf die vor kurzem gestorbene Fahrer-Legende zurück

Lewis Hamilton küsste den roten Cockpitschutz zu Ehren von Niki Lauda und richtete die ersten Worte nach seinem „härtesten Rennen“ an die tote Formel-1-Legende. „Ich habe mit dem Geist von Niki gekämpft“, sagte Hamilton nach seinem Sieg am Sonntag beim Großen Preis von Monaco und gönnte sich einen Sprung in den Pool an der Rennstrecke: „Ich weiß, er schaut auf uns herunter, ich wollte ihn einfach stolz machen.“

Während Hamilton nach der Siegerehrung wie wild mit der Schampusflasche vom Podest raste und Mercedes-Teamchef Toto Wolff abduschte, bot sein deutscher Dauer-Herausforderer Sebastian Vettel Fürst Albert einen Schluck aus der Magnum-Pulle an und plauderte entspannt mit dessen Gattin Charlène. Vettel fuhr letztlich auf den zweiten Platz und durfte sich damit über das beste Resultat in dieser Saison freuen. „Ein großartiges Ergebnis für uns“, sagte der 31-Jährige und dachte angesichts des mitreißenden Rennens auch gleich an Lauda: „Er wäre heute happy. Er wird immer in Gedanken bei uns sein.“

Trotz größter Sorgen um seine Reifen wehrte Hamilton in einer packenden Schlussphase alle Angriffe von Verfolger Max Verstappen ab und schleppte sich zu seinem 77. Karrieresieg. In einem der spannendsten Rennen seit vielen Jahren im Fürstentum fiel Verstappen in seinem Red Bull wegen einer Fünfsekundenstrafe aber hinter Vettel und auch Valtteri Bottas im zweiten Mercedes zurück. Die Rennkommissare nahmen später noch eine Berührung zwischen Hamilton und Verstappen in der vorletzten Runde unter die Lupe.

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Im sechsten Grand Prix des Jahres verpasste Mercedes zwar den sechsten Doppelerfolg, Hamilton (137 Punkte) baute seine WM-Führung auf Verfolger Bottas (120) jedoch aus. Vettel ist mit 82 Zählern nun Dritter. Von Lokalmatador Charles Leclerc war nur zu Beginn etwas zu sehen: Nach einer taktisch völlig missratenen Qualifikation endete seine Vollrisiko-Aufholjagd infolge einer Karambolage mit Nico Hülkenberg im Renault vorzeitig. Hülkenberg landete abgeschlagen auf Position 14.

Um 14.53 Uhr wurde es still im Fürstentum. Mit einer Schweigeminute nahm die Formel 1 Abschied von Lauda, der am Montag im Alter von 70 Jahren gestorben war. Die Piloten versammelten sich auf der Start-Ziel-Geraden in einem Kreis um einen früheren Rennhelm des Österreichers und trugen dabei rote Mützen mit der weißen Aufschrift „NIKI“. Mercedes lackierte zu Ehren seines langjährigen Teamaufsichtsrats unter anderem den Cockpitschutz der Silberpfeile rot – es war die Farbe der legendären Kappe von Lauda. Als die Schweigeminute vorbei war, ertönten die Hupen der Jachten im Hafen. „Diese ist für Niki“, hatte Hamilton nach der 85. Pole-Position seiner Karriere gesagt. An die Fabelrunde des Engländers in Streckenrekordzeit reichten weder Bottas im zweiten Mercedes noch Red-Bull-Pilot Max Verstappen heran.

Nachdem Vettel im Abschlusstraining die Front seines Ferrari demoliert hatte, musste er nach Verbremser und Leitplankenberührung von Platz vier starten. Dass er am Ende noch beinahe Hamilton bedrängte, lag an dessen nachlassenden Reifen. „Ich könnte den falschen Reifentyp haben“, monierte Hamilton, der sich immer mehr in „großen Problemen“ wähnte. Sein Renningenieur Peter Bonnington versicherte ihm aber, dass er auf der richtigen Strategie unterwegs war. „Ich weiß nicht, worauf ihr gehofft habt, als ihr diese Reifen aufgezogen habt. Man muss auf ein Wunder hoffen“, zeterte Hamilton dennoch. Letztlich aber sicherte er sich gerade noch den Sieg. (dpa)

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