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Motorrad
04.03.2020

Bei der MotoGP gilt jetzt: Alle Augen auf die Außenseiter

Auf die eingespielte Fahrerpaarung mit dem Schweizer Tom Lüthi (links) und Marcel Schrötter setzt das Intact-Team aus Memmingen. Auf die beiden wartet allerdings ein ungewohnter Auftakt.
Foto: Kurt Kraus

Weil der Saisonauftakt der MotoGP ausfällt, stehen nun in Katar andere Fahrer im Mittelpunkt. Wie etwa Marcel Schrötter aus Pflugdorf, der überraschen könnte.

Es wird ein merkwürdiger Saisonstart. Die Weltmeisterschaft der Motorradpiloten beginnt, aber ausgerechnet das Aushängeschild MotoGP ist nicht dabei. Wegen Einreisebeschränkungen nach Katar, verursacht durch das Coronavirus, wurde das Rennen der Königsklasse abgesagt. Da viele Teams und Mitarbeiter der MotoGP in Italien oder Japan ansässig sind, durften sie nicht mehr nach Katar einreisen oder hätten sich umgehend für 14 Tage in Quarantäne begeben müssen.

Etliche Ingenieure und Mechaniker waren zwar bereits nach den Tests in Katar geblieben, aber eben längst nicht alle. Und mit so reduziertem Personal war eben an einen geregelten Auftakt der MotoGP nicht zu denken. Anders ist es in den Klassen Moto2 und Moto3, in denen wegen der letzten Testfahrten am vergangenen Wochenende schon alle Mitarbeiter in Losail waren, ehe die Einreisebeschränkung nach Katar in Kraft trat. So heißt es in diesen beiden Klassen: Start frei.

Intact-GP-Pilot Marcel Schrötter gibt sich vor dem Saisonstart cool

Marcel Schrötter freut sich darüber. "Ich bin froh, dass unsere Saison hier startet", sagt der 27-Jährige, der nach wie vor für das Intact-GP-Team aus Memmingen in der Moto2 fährt. Er sagt aber auch vor dem ersten Rennen am Sonntag (14.20 Uhr/MEZ): "Es ist ein ziemlich komisches Gefühl, die ganzen Absagen zu sehen." Neben der Absage von Katar ist auch bereits der Auftritt in Thailand verschoben. Vieles gerät in diesen Tagen einfach durcheinander.

Schrötter aber lässt sich davon nicht beeindrucken. Auch nicht davon, dass er der einzige deutsche Pilot ist, der noch in der Motorrad-Weltmeiserschaft antritt. Bei den letzten Testfahrten in Katar war er schneller als sein Teamkollege Tom Lüthi, das ist ein gutes Zeichen. Denn der Schweizer ist mit 17 Rennsiegen der erfolgreichste Fahrer im aktuellen Moto2-Feld. Im vergangenen Jahr war Lüthi WM-Dritter, zudem hat er 2016 bereits in Katar gewonnen. Für Schrötter war es also sehr viel wert, ihn bei den letzten Testfahrten geschlagen zu haben. Schnellster Pilot war überraschend der Spanier Jorge Navarro.

Das besondere an der Veranstaltung in Katar ist, dass sie auch am Abend unter Flutlicht stattfindet. Dieses Privileg wäre ursprünglich der MotoGP vorbehalten gewesen, nun aber kommen auch die kleineren Klassen in den Genuss, da der Zeitplan nach hinten verschoben wurde. "Unter diesen Bedingungen sind wir dieses Jahr noch nicht gefahren. Ich freu’ mich darauf, im Dunklen zu fahren. Ich hoffe, dass mir das ein bisschen entgegenkommt", sagt Schrötter, der beim letzten Test die erste Einheit am Tag ausgelassen hatte, um die Ergebnisse und damit die Analysen für das Rennen nicht zu verfälschen.

Marcel Schrötters Leistung geben Anlass für Optimismus

Zu Beginn der Woche hatten er und seine Teamkollegen zwei Tage frei. Zwei Tage, um sich vor dem Saisonauftakt noch einmal zu erholen. "Wir konnten uns etwas ausruhen und Kräfte sammeln. Wir wissen, was unser Ziel ist, was machbar ist, und ich werde einfach versuchen, entspannt in das erste Rennwochenende zu starten", sagt Schrötter, "an der Gesamteinstellung hat sich nichts geändert. Ich bin nach wie vor sehr motiviert."

2012 ist Schrötter in die Moto2-Klasse eingestiegen. Beim Großen Preis von Indianapolis gab er sein Debüt. In seiner ersten kompletten Saison 2013 belegte er am Ende Platz 16. In der vergangenen Saison wurde er beim dritten Rennen in Austin Zweiter, beim Auftakt in Katar holte er Platz drei, ebenso wie beim Heimrennen auf dem Sachsenring. Am Saisonende belegte er in der Gesamtwertung Rang acht mit 137 Punkten. So richtig aber hat er den ganz großen Erfolg noch nicht geschafft, den ihm viele zugetraut hatten.

Die Testfahrten von Katar geben Anlass für Optimismus. Weniger allerdings bei seinem Teamkollegen. "Würde das Rennen jetzt starten, hätten wir noch nicht die Pace, die es braucht", sagte der Schweizer nach den Testfahrten.

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