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Motorsport
19.04.2018

Memminger Motorrad-Team dreht auf

Mit dem neu verpflichteten spanischen Fahrer Xavi Vierge (Mitte) triumphierte das Rennteam Dynavolt Intact GP in Argentinien. Der Memminger Rennstall um Teamchef Jürgen Lingg (oben links) führt aktuell die WM-Mannschaftswertung an.
Foto: Team Dynavolt

Mit einem neuen Fahrerduo führt Intact GP erstmals die WM-Teamwertung an. Am Wochenende startet der dritte Lauf in den USA. Marcel Schrötter hat ein großes Ziel

Die Motorrad-Weltmeisterschaft ist ein hartes Geschäft, auch wenn man gut sortiert ist. Vor zwei Jahren feierte das Dynavolt-Intact-GP-Team im tschechischen Brünn seinen ersten und einzigen Sieg in der WM. Jonas Folger siegte in der Klasse Moto2. Inzwischen schickt die Memminger Mannschaft mit dem neu verpflichteten Spanier Xavi Vierge und Marcel Schrötter eine neue Fahrerkombination ins Rennen und ist in der jungen Saison höchst erfolgreich unterwegs. Nach dem zweiten Platz von Vierge und Rang zehn von Schrötter in Argentinien führt die Garagenmannschaft von Jürgen Lingg erstmals die WM-Mannschaftswertung an. „Wir haben harte Zeiten hinter uns und immer wieder Rückschläge hinnehmen müssen. Aber wir haben nicht aufgegeben und werden jetzt belohnt“, sagt der Teamchef und fügt an: „Deshalb ist diese WM-Führung eine Genugtuung für uns.“ Hoch motiviert reisen die Memminger zum dritten Saisonlauf am Wochenende in Austin/Texas.

„Xavi Vierge kann in den USA ganz nach vorne fahren“, glaubt Teamchef Lingg. Nach dem Abgang von Sandro Cortese nach der vergangenen Saison wagten die Memminger in ihrem sechsten WM-Jahr einen Neubeginn und sind bislang glücklich mit dem Spanier. „Vierge hat unheimlich viel Talent. Und man merkt, dass man im Motorrad-verrückten Spanien die Ellenbogen einsetzen muss, wenn man nach oben kommen will“, lobt Lingg den Piloten. Marcel Schrötter aus Pflugdorf bei Landsberg wohnte ebenfalls einige Zeit in Spanien und bringt viel Erfahrung mit. Eine Kahnbeinverletzung, die den 25-Jährigen im vergangenen Jahr zurückgeworfen hat, scheint überwunden. Nach Lehrjahren in der Moto2 wollen Teamchef Lingg und Teilhaber Stefan Keckeisen die Früchte ihrer Arbeit einfahren. „Das wäre auch für unsere treuen Sponsoren wichtig“, sagt Keckeisen. Denn nur mithilfe der Werbepartner lässt sich ein Saisonbudget in Höhe von 2,6 Millionen Euro auf die Beine stellen. Aber man sehe, dass Motorradfahren keine Ein-Mann-Show, sondern ein Teamsport ist. „Mensch, Maschine und Technik – alles muss zusammenpassen“, sagt Jürgen Lingg.

Kurz vor dem Saisonstart war IntactGP vom Schweizer Motorrad-Hersteller Suter zum Weltmeister-Konstrukteur Kalex von Alex Baumgärtel und Klaus Hirsekorn aus Bobingen bei Augsburg gewechselt. „Beide Fahrer mussten sich noch an die neuen Maschinen gewöhnen. Dass wir jetzt schon die WM anführen, ist unglaublich. Die Spitzenposition wollen wir in Austin verteidigen“, kündigt Teamchef Jürgen Lingg an. Insgeheim träumen die Memminger von ihrem zweiten Grand-Prix-Sieg. Ob der Erfolg nun Xavi Vierge oder Marcel Schrötter gelingt, ist den IntactGP-Verantwortlichen egal. Denn: Motorradsport ist ein Team-Wettbewerb. Und Jürgen Lingg weiß, wie es geht. Der Mann aus Röthenbach war Chefmechaniker, als Stefan Bradl und Sandro Cortese ihre ersten WM-Siege feierten.

Das Rennen in Austin ist am Sonntag ab 21 Uhr bei Eurosport zu sehen.

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