Newsticker
Bayern gibt AstraZeneca-Impfstoff für alle Altersgruppen frei
  1. Startseite
  2. Sport
  3. Nach der Sportkarriere: Was bleibt, wenn Ruhm und Ehre ein Ende finden?

Nach der Sportkarriere: Was bleibt, wenn Ruhm und Ehre ein Ende finden?

Brigitte Mellert
Kommentar Von Brigitte Mellert
24.11.2020

Nach dem Karriereende müssen sich Sportler neu sortieren. Dabei kommt es zu skurrilen Entscheidungen. Von Wrestlern, Youtubern und Pornostars.

Die Karriere nach der Karriere, ist quasi eine Zwangsumschulung um den 30. Geburtstag herum. Die meisten Menschen, eher in konventionellen Berufen, kommen um eine radikale 180-Gradwende in ihrem Leben meist glimpflich herum. Aus einem Bäcker wird kein Astrophysiker mehr. Anders ergeht es Profisportlern. Je nach Sportart lauert früher oder später eine existenzielle Frage auf sie: Wer bin ich, wenn ich nicht mehr Sportler bin? Eine Frage, an der nicht wenige verzweifelt sind – und teils kuriose Neustarts im Leben gewagt haben.

Unvergessen bleibt der Jobwechsel des ehemaligen Nationaltorwarts Tim Wiese. Das Gesicht solariumgebräunt, die Haare glatt nach hinten gegelt und die Muskelberge rasant wachsend, wechselte er das Tor gegen den Ring. Als „The Machine“ wollte der damals 32-Jährige als Wrestler durchstarten. Resultat: ernüchternd. Kleinlaut kehrte er kurzfristig ins Tor zurück – in die Kreisliga nach Dillingen. Und da gibt es den italienischen Viertliga-Kicker Davide Iovinella, der nach seinem Karriereende den glücklichen Umstand seines austrainierten Körpers nutzte und Pornos drehte.

Die Corona-Krise hat die Karrieren von Sportlern beeinflusst

Das war vor Corona. Jetzt, wochenlang ins Homeoffice verfrachtet, der Wettkampfzyklus unkontrollierbar durcheinandergewirbelt, bleibt Sportlern viel freie Zeit für Reflexion. Wer bin ich, wenn ich nicht mehr Sportler bin? Zufriedenstellend beantwortet Tennisspielerin Andrea Petkovic sich diese Frage mit: Autorin. Ihr Erstlingswerk, ein Erfolg. Wechsel gelungen.

Der britische Turner Nile Wilson (Mitte) ist auch erfolgreicher Youtuber.
Foto: Screenshot Youtube

Eine Kehrtwende hat auch der britische Kunstturner Nile Wilson geschafft. Seine Welt dreht sich und das meist um ihn. Der 24-Jährige, zu dessen größten Erfolgen die Bronzemedaille am Reck in Rio 2016 gehört, ist Youtuber. Statt Salti turnt er nun mit pinken Kleidchen über den Schwebebalken. Auf der Jagd nach Likes statt Medaillen. Seinen 1,4 Millionen Followern gefällt’s.

Ist er nun filmender Turner oder turnender Youtuber? Man weiß es nicht so recht. Eine radikale Zwangsumschulung? Nicht nötig. Leistungssport als zweites Standbein ist doch ganz nett. Und vielleicht dreht sich seine Welt noch weiter. Er muss ja nicht gleich Pornostar werden.

Lesen Sie hierzu auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

24.11.2020

Antwort: sehr oft: finanzielle Unabhängigkeit

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren