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Nationalmannschaft
12.11.2020

Das sind die Erkenntnisse aus dem letzten Test vor der EM-Nominierung

Joachim Löw gab seine Erkenntnisse nach dem 1:0-Sieg gegen Tschechien wieder.
Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild, dpa

Die zuvor als lästig empfundene Partie gegen Tschechien offenbart mehr Aufschlüsse als gedacht. Unter anderem, dass der Kader um einige Alternativen reicher ist.

Nach allem was bekannt ist, hat sich Georg Friedrich Händel wenig aus Fußball gemacht. Was möglicherweise auch daran liegt, dass zu Lebzeiten des Barock-Komponisten das Ballspiel in einer noch recht frühen Entwicklungsstufe verharrte. Dass nun 278 Jahre nach der Uraufführung sein bekanntestes Werk in der Leipziger Arena vor leeren Rängen einem allzu weltlichen Gefühl Ausdruck verleihen sollte, kam Händel 1742 wohl eher nicht in den Sinn.

So hallte aber nun jenes vom ihm komponierte "Halleluja" nicht durch eine Kathedrale von Weltrang um den Messias zu preisen, sondern schlicht einem 1:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Tschechien zu huldigen.

Die DFB-Auswahl hatte in diesem Jahr zuvor nur einmal gewonnen

Der Stadion-DJ aber bewies einiges an Einfühlungsvermögen, als er zu Händel griff, schließlich könnte auch Joachim Löw nach dem knappen Erfolg ein erleichtertes "Halleluja" entfahren sein. Der Bundestrainer entkoppelt in Testspielen zwar gerne Erkenntnisgewinn und Ergebnis, doch auch ihm war nicht entgangen, dass die Stimmung rund um die Nationalmannschaft eher in Moll-Tönen beschrieben wurde.

Bis zum Erfolg gegen Tschechien gelang seiner Mannschaft in diesem Jahr lediglich ein Sieg. Dass die Mannschaft nur eines der vergangenen 18 Länderspiele verloren hat, geriet ob der zuletzt mäßigen Auftritte in Vergessenheit. So stellte Löw nach dem durch Luca Waldschmidt herausgeschossenen Sieg fest, dass Ergebnisse "auch wichtig sind, klar."

Seine arg zusammengewürfelte Mannschaft, der er selbst bescheinigte, "in dieser Konstellation wohl nicht mehr zusammen zu spielen", mühte sich letztlich zu einem Erfolg, der knapper ausfiel als es hätte sein müssen. Offenbarte sich in den vergangenen Spielen vor allem die Defensive als verbesserungswürdig, schluderten diesmal die Offensivkräfte. Zwar erspielten sie sich vor allem in der ersten Halbzeit eine Reihe bester Chancen, doch vergaben beispielsweise Julian Brandt und Nadiem Amiri diese auch fahrlässigerweise.

Die Gewinner des Spiels heißen Trapp, Koch, Baku, Neuhaus und Max

Dass es am Ende trotzdem zum Erfolg reichte, hatte die Mannschaft unter anderem Keeper Kevin Trapp zu verdanken, der zwar nur einmal gefragt war, diese Prüfung in der 82. Minute aber mit einer spektakulären Parade löste. Ansonsten gefiel vor allem Robin Koch, der in seinem erst fünften Länderspiel beeindruckend routiniert auftrat und hernach freimütig bekannte, "gerne Verantwortung" zu übernehmen.

Löw aber wollte den Sieg als Kollektivleistung verstanden wissen und lobte daher "Einsatz und Motivation von allen. Das war sehr, sehr gut." Immerhin gelang es diesmal der Mannschaft, einen Vorsprung über die Zeit zu bringen und erstmals in diesem Jahr ohne Gegentor zu bleiben. Die Gelegenheit, das zu wiederholen wird das Team in dieser Zusammenstellung aber nicht mehr erhalten. Der Bundestrainer hat die Testphase vor der Europameisterschaft im kommenden Jahr höchst selbst für beendet erklärt. Nun gehe es darum, sich dafür einzuspielen. Bevor er den Kader nominiert, bleiben schließlich nur die beiden kommenden Spiele in der Nations League gegen die Ukraine (Samstag) und Spanien (Dienstag), sowie ein Dreierpack an Länderspielen im kommenden März.

Da dann etliche Spieler des FC Bayern sowie Timo Werner, Kai Havertz, Toni Kroos, Dortmunder wie Marco Reus und Emre Can oder auch eine kleine Leipziger Fraktion Kaderplätze einnehmen wird, ist der Platz für Perspektivspieler limitiert. Neben den auffälligen Debütanten Ridle Baku und Philipp Max kann sich am ehesten noch Mittelfeldmann Florian Neuhaus gute Chancen ausrechnen, den kommenden Sommer im Kreise der Nationalmannschaft zu verbringen. Der Gladbacher bestach einmal mehr dadurch, intuitiv richtige Entscheidungen zu fällen und immer wieder den Weg in die Spitze zu suchen.

Mit diesen Erkenntnisgewinnen aus einer zuvor als eher lästig empfunden Partie zu entgleiten, dürfte Löw erleichtert auf die kommenden Wochen und Monate blicken lassen. Halleluja.

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Die Diskussion ist geschlossen.

12.11.2020

das Spiel war wie zu erwarten nicht gut !! aber der schlechteste war der wie immer nur lobende Bundestrainer , gleich gefolgt von seinem hibie dem sogenannten Direktor der Mannschaft !! wenn die glorreichen Drei einen Charakter haben swpielen sie nie mehr für Deutschland auch wenn er auf den Knien zu ihnen gekrochen Kommt

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