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Straßenzeitung Trott-war

17.05.2018

Obdachlosen-Szene und Profifußball: Löw dabei

WM-Sonderhefte der Straßenzeitung Trott-war liegen bei der Präsentation in mehreren Stapeln bereit.
Bild: Christoph Schmidt (dpa)

Soziale Projekte im Fußball gibt es jede Menge. Im Vorfeld der WM üben erstmals der Bundestrainer und zwei Ex-Weltmeister den Doppelpass mit der Straßenzeitung Trott-war.

Mit einem Spagat zwischen der Obdachlosen-Szene und dem Profifußball unterstützen Bundestrainer Joachim Löw und Nationalspieler Sami Khedira eine WM-Ausgabe des Straßenmagazins Trott-war.

Das Projekt, an dem auch die 90er-Weltmeister Jürgen Klinsmann und Guido Buchwald, Bundesliga-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus sowie die Profis Andreas Beck, Serdar Tasci und Dennis Aogo beteiligt sind, wurde am 2. Mai im schwäbischen Eberdingen vorgestellt. Peter Klein, einer der Initiatoren, will ein "soziales Zeichen setzen: Hier ist der Fußball Hilfe zur Selbsthilfe."

Fußball ist jedoch nach wie vor ein Sport nicht nur für Profis, sondern immer noch auch für Hobbykicker und Straßenfußballer. Das Magazin erscheint in Baden-Württemberg in einer Auflage von 50.000 Stück. Die Einnahmen kommen dem Verein Trott-war zu gute, der sich um sozial Benachteiligte, Langzeitarbeitslose und Obdachlose kümmert. "Für uns war wichtig, dass dahinter Trott-war dahinter erkennbar ist und auch kritische Themen angesprochen werden", sagte Helmut H. Schmid, der Geschäftsführer des gleichnamigen gemeinnützigen Vereins.

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Die Sonderausgabe thematisiert auch die WM der Wohnungslosen, das European Street Football Festival vom 3. bis 8. Juli in Graz, die russische Politik, Doping im Fußball, die Enthüllungen im Profifußball durch die "Football Leaks" und die einzige Straßenzeitung Russlands ("Puschkinskaja, 10" in St. Petersburg).

Löw stellt sich in der Sonderausgabe den Fragen von Straßenverkäufern von Trott-war. Was er persönlich mache, um sozial benachteiligten Menschen zu helfen? "Ich bin überzeugt, dass sich unsere Spieler und auch unsere Trainer ganz stark engagieren. Es gibt bei uns viele Spieler mit eigenen Stiftungen und es gibt andere, die haben keine eigenen Stiftungen, helfen aber im Verborgenen", erklärte der Weltmeister-Trainer. "Ich habe keine Stiftung und möchte meine Hilfe auch nicht öffentlich machen. Ich denke: Helfen ist Privatsache."

Mit der Antwort auf die Frage, ob die Spielergehälter leistungsgerecht seien, tat sich Löw schwer. "Leistungsgerecht ist ein schwieriger Begriff", sagte der 58-Jährige. "Es gibt Spieler, die füllen die Stadien auf der ganzen Welt und haben eine große Strahlkraft." Wichtig für ihn sei in diesem Zusammenhang, dass das Geld seriös erwirtschaftet werde.

"Der Fußball ist eine große Industrie geworden, in der viele Menschen Arbeitsplätze gefunden haben und in der auch viel Geld bewegt wird. Und eines ist auch klar: Es sind die Spieler, die im Mittelpunkt stehen. Deshalb sollte ihnen auch ein großer Teil dieser Einnahmen zustehen", so Löw weiter. Buchwald verkauft am 5. Mai vor dem Bundesliga-Spiel des VfB Stuttgart gegen 1899 Hoffenheim am Stadion WM-Sonderhefte. (dpa)

Homepage der Straßenzeitung

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