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Basketball

30.12.2017

Ohlbrechts Leiden haben ein Ende

Ein Jahr nach seiner Knieverletzung kehrt der Ulmer auf die Bundesliga-Bühne zurück. Und trifft dabei auf jenen Gegner, dem er seinen langen Ausfall zu verdanken hatte

Am zweiten Weihnachtsfeiertag des Jahres 2016 hat Tim Ohlbrecht im Audi-Dome gegen Bayern München sein bisher letztes Spiel in der Basketball-Bundesliga für Ratiopharm Ulm bestritten. Es war für ihn schon nach drei Minuten im zweiten Viertel beendet. Der 2,10- Meter-Mann kollidierte mit Gegenspieler Nihad Djedovic und verletzte sich dabei schwer am linken Knie. Es folgten eine Operation, monatelange Reha, im Spätsommer eine weitere und nicht eingeplante Operation und wieder Reha. Am Samstag (15 Uhr) wird Ohlbrecht nach einer Zwangspause von ziemlich genau einem Jahr sein Bundesliga-Comeback feiern und dabei geht es ausgerechnet wieder gegen die Bayern. Zufall oder Fügung? Ohlbrecht sagt schmunzelnd: „Ich glaube zunächst einmal, dass das Zufall ist. Oder es hat irgendjemand geplant, der alle Zusammenhänge steuert.“

Auf seinem Instagram-Account hat Ohlbrecht ein paar emotionale Sätze hinterlassen, die erahnen lassen, wie sehr dieser vollbärtige Riesenkerl während seiner Zwangspause gelitten hat. Der Mann, der unter anderem in der amerikanischen NBA drei Spiele für die Houston Rockets gemacht hat, schrieb: „ Basketball ist mein Leben. Zwölf Monate lang nur zuzuschauen, hat mein Herz gebrochen.“ Zudem bekannte er sich mit Nachdruck zu seinem Arbeitgeber Ulm: „Das einzige Trikot, in das ich gehöre.“

Seinen Vertrag hatte er bereits im Mai bis 2020 verlängert und damit ein Zeichen gesetzt in einer Branche, in der ständige Personalwechsel eher die Regel als die Ausnahme sind. Die Ulmer wissen, was sie an Ohlbrecht haben, und der weiß, was er an Ulm hat. Spätestens seit der Saison 2015/16, die er mit Ehefrau Katrina in der ostsibirischen Kältekammer Krasnojarsk verbrachte und nach der er gerne zum schwäbischen Bundesligisten zurückkehrte. Die klimatischen Verhältnisse in Sibirien beschrieb Ohlbrecht mit den Worten: „Minus 20 Grad sind dort fast schon Sommer. Mein Bart war innerhalb von etwa einer Minute komplett eingefroren.“

Es wird sich am Samstag kaum vermeiden lassen, dass sich auf dem Feld die Wege von Ohlbrecht und Djedovic wieder kreuzen. Teile der Ulmer Anhängerschaft haben dem Bayern den Zusammenprall mit Ohlbrecht nie so ganz verziehen. Es könnte also heftige Reaktionen von den Rängen geben. Der Ulmer Hüne hat allerdings selbst schon sehr früh gesagt, dass er seinem Gegenspieler keine Schuld an der schweren Verletzung gibt.

Das Spiel an diesem zweiten Weihnachtsfeiertag des Jahres 2016 haben die Ulmer übrigens mit 87:79 gewonnen, obwohl Ohlbrecht früh raus war und Kapitän Per Günther sogar ganz fehlte. Eine ziemliche Blamage also für den großen FC Bayern München, und es erscheint fraglich, ob Ulm dieses Kunststück ein Jahr später wiederholen kann. Die Basketball-Filiale des deutschen Fußball-Rekordmeisters führt die Tabelle souverän an und peilt die zweite Meisterschaft der Vereinsgeschichte nach 2014 an. Auch Thorsten Leibenath ist nachdenklich geworden. Vor der Saison hatte der Ulmer Trainer auf Titelverteidiger Bamberg als Meister getippt. In dieser Woche sagte er: „Den derzeit besten Basketball in Deutschland spielt Bayern München.“

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