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Olympische Sommerspiele 2021
16.07.2021

Tokio 2021: Vor den japanischen Behörden sind alle gleich

In Tokio wird es wegen des Corona-Notstandes keine Zuschauer bei den Wettkämpfen geben.
Foto: Eugene Hoshiko, dpa

Eine Woche vor Beginn der Olympischen Spiele reisen Sportler, Betreuer und Journalisten nach Tokio. Auch für unseren Reporter heißt es: Mitten hinein in eine Stadt, die Angst vor Corona hat.

Eine Woche, bevor in Tokio die Olympischen Sommerspiele eröffnet werden, prägen lange Warteschlangen die Bilder aus Japan. Vor allem am Flughafen Haneda, wo die meisten Sportler, Betreuer und Journalisten dieser Tage ankommen, ist Geduld vonnöten. Denn für Ausländer ist die Einreise momentan nahezu unmöglich, um die Corona-Pandemie auf der Insel in den Griff zu bekommen. Einzige Ausnahme sind Nicht-Japaner im Besitz einer Akkreditierung für die Spiele.

Diese zu bekommen, war nicht leicht, der bürokratische Aufwand unmittelbar vor der Einreise ist aber ungleich größer. Denn vor den japanischen Behörden sind alle gleich. Egal ob millionenschwerer Hochleistungssportler oder wohlgenährter Journalist: An ICON und OCHA kommt keiner vorbei.

Zwei Online-Systeme müssen vor der Einreise funktionieren

Ersteres ist das Onlinesystem zur Infektionskontrolle. Wer dort nicht registriert ist, hat keine Chance. Zweiteres ist eine App zur Überwachung. Aktivieren lässt sie sich nur von denen, die bei ICON registriert wurden und deren Activity-Pläne genehmigt sind. Ohne OCHA aber wird die Einreise kompliziert, um es vorsichtig auszudrücken. Cool bleiben ist die Devise. Kollegen der dpa, die bereits in Tokio sind, berichten, dass einige erst wenige Stunden vor Abflug alle Genehmigungen beisammen hatten.

Zu der bürokratischen Unbill kommt, dass die Einreisenden zwei aktuelle und natürlich negative PCR-Tests vorweisen müssen. Nur Labore, die auf einer speziellen Liste des IOC stehen, dürfen diese Tests vornehmen und müssen die Ergebnisse in einem japanischen Formular eintragen.

Kanu-Cheftrainer hatte Glück, dass er nicht in Quarantäne muss

Die meisten deutschen Sportler stecken momentan mitten in diesem Prozess, denn rund um das Wochenende fliegt ein Großteil der Mannschaft nach Tokio. Am kommenden Montag beispielsweise die deutschen Tennisspieler um Philipp Kohlschreiber. Bereits in Japan sind die Schwimmer, noch allerdings im Trainingslager in Kumamoto. In Tokio selbst sind seit einer Woche die Augsburger Kanuten. Sie müssen sich mit den Gegebenheiten auf dem dortigen Wildwasserkanal anfreunden. Einen Schreckmoment gab es auf deren Hinflug. Da die Lufthansa die acht deutschen Boote nicht transportieren wollte, mussten Cheftrainer Klaus Pohlen und Kajak-Bundestrainer Thomas Apel einen Tag früher mit Turkish Airlines nach Tokio fliegen. An Bord dieses Flugzeugs saß allerdings ein Passagier, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Erst nach bangem Warten stand fest, dass die deutschen Trainer offenbar weit genug entfernt von dem anderen Passagier saßen und nicht in Quarantäne mussten. „Wir hatten wohl einfach nur Schwein“, sagte Pohlen.

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Weniger Glück hatten die kompletten Teams von Kroatien und der Ukraine sowie die slowenischen Trainer. Sie mussten alle erst einmal in Quarantäne. Inzwischen aber durften zumindest die Trainer der Slowenen wieder an die Strecke – mussten sich dort aber allein auf der einen Flussseite aufhalten, während die internationalen Kollegen auf der anderen Seite standen.

„Es ist schon alles sehr restriktiv hier“, sagte Pohlen am Donnerstag in einer Online-Pressekonferenz. Das sei aber im Vorfeld schon immer so kommuniziert worden. Die Regeln seien klar. „Wir haben sehr wenig Freiraum und sind im Prinzip entweder an der Strecke oder im Hotel. Ansonsten sind die Bedingungen aber exzellent, wir können sehr gut trainieren.“

In Tokio gibt es Pommes zum Frühstück

Die Sportler sehen das ähnlich. „Natürlich war die Anreise ganz speziell, allein schon mit den Tests und den Apps, die man sich im Vorfeld runterladen musste. Das ist schon einiges an Bürokratie. Trotzdem sind wir vor allem froh, überhaupt hier sein zu dürfen“, sagte Hannes Aigner. Sein Teamkollege Sideris Tasiadis formulierte es noch deutlicher: „Im Prinzip bereitest du dich ein Leben lang darauf vor, bei Olympia zu starten. Da haben wir uns mit dem Drumherum schnell arrangiert.“

Nicht ganz optimal sei bisher nur die Verpflegung. Da es nicht erlaubt ist, mal schnell in den Supermarkt zu gehen, stünden nur das Hotelessen und Snacks an der Strecke zur Verfügung. Zum Frühstück würden auch gerne mal Pommes gereicht. Für Sportler nicht die ideale Energiequelle. „Da hoffen wir aber, dass das dann im olympischen Dorf besser wird“, sagte Aigner. Dort soll es dann vielleicht sogar möglich sein, die Zimmer zu verlassen.

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