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Paralympics 2016
11.09.2016

Zweimal Gold und ein Mysterium

Ein weiter Satz zur Goldmedaille: Die 4,93 Meter von Vanessa Low aus Leverkusen waren Weltrekord.
Foto: Jens Büttner dpa

Die deutschen Leichtathleten zeigen sich bei den Paralympics in Rio in Bestform. Algeriens Goalballerinnen werden dagegen vermisst. Es gibt eine Erklärung, die einige anzweifeln.

Die deutschen Leichtathleten haben bei den Paralympics in Rio de Janeiro zwei Goldmedaillen binnen weniger Minuten gewonnen. Vanessa Low gewann den Weitsprung-Wettbewerb mit der Weltrekordweite von 4,93 Metern. Rollstuhlsportler Daniel Scheil siegte im Kugelstoßen mit 11,03 Metern. Dazu holte die 56 Jahre alte Martina Willing Silber im Speerwerfen. Mit vier Gold-, sechs Silber- und vier Bronzemedaillen haben sich die Behindertensportler nach dem dritten Wettkampftag auf Platz sieben der Nationenwertung verbessert. Nach 136 von 521 Entscheidungen führt China diesen Medaillenspiegel mit 26 Mal Gold, 24 Mal Silber und 19 Mal Bronze an.

Goldmedaille und Weltrekord. Weitspringerin Vanessa Low holte im Olympiastadion von Rio de Janeiro Gold und verbesserte ihren eigenen Weltrekord um gleich 14 Zentimeter auf 4,93 Meter. „Es hat Spaß gemacht“, sagte die 26-Jährige, die im Alter von 15 Jahren vor einen Regionalzug gestoßen wurde und dabei beide Beine verlor. „Heute hat alles gepasst.“Nach ihrer Heimat Deutschland verlässt Vanessa Low nun auch ihre Wahlheimat USA. Sie zieht im Oktober zu ihrem Freund Scott Reardon nach Brisbane in Australien. „Das Kapitel USA ist nach Rio vorbei“, sagte die 26-Jährige.

Dritter, Zweiter – und jetzt Erster: Daniel Scheil hat sich kontinuierlich gesteigert. 2015 war er noch WM-Dritter, in diesem Jahr dann schon EM-Zweiter – und jetzt ist der 43-Jährige Paralympics-Sieger im Kugelstoßen der Startklasse F33. Die Weite von 11,03 Metern brachte dem Rollstuhlfahrer den größten Erfolg seiner erst seit fünf Jahren dauernden Behindertensport-Karriere. „Ich war ganz gut drauf, ich war locker.“

Die Paralympics haben ihr erstes großes Mysterium: Algeriens Goalballerinnen und ihre Trainer werden vermisst. Das Team trat nicht zu seinem zweiten Gruppenspiel gegen Israel an. „Sie sind noch immer nicht im Land“, sagte Craig Spence, der Sprecher des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC). Eigentlich sollte die Mannschaft am 5. September aus ihrem Trainingslager in Polen nach Rio fliegen. Die Teamleitung der Algerier spricht von einer massiven Verspätung. Das IPC hat Zweifel an dieser Version: „Selbst wenn sie ein Boot von Polen nach Brasilien genommen hätten, wären sie rechtzeitig hier gewesen“, meinte Spence. dpa

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