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Pielmeier und der ERC Ingolstadt: Eine Trennung der groben Sorte

Pielmeier und der ERC Ingolstadt: Eine Trennung der groben Sorte
Kommentar Von Andreas Kornes
17.07.2020

Plus Es ist bemerkenswert, was sich da gerade in Ingolstadt zuträgt. Der dort ansässige Eishockeyklub hat mit viel Verve eine Vereinsikone abgesägt. Zurück bleibt: verbrannte Erde.

Es ist äußerst bemerkenswert, was sich da gerade in Ingolstadt zuträgt. Der dort ortsansässige Eishockeyklub hat mit viel Verve eine Vereinsikone abgesägt. Hintergrund ist, dass der langjährige Torwart Timo Pielmeier offenbar keine Lust verspürte, einer Stundung von Teilen seines Gehalts zuzustimmen. Das ist erst einmal nachvollziehbar – wer will schon gerne auf etwas verzichten, was ihm vertraglich zusteht? Dazu zwingen kann ihn keiner. Der Spieler ist im Recht.

Moralisch mag die Ablehnung fragwürdig sein, denn immerhin argumentiert die Deutsche Eishockeyliga ( DEL) mit der finanziellen Not, in der sich deren 14 Klubs inmitten der Corona-Krise befinden. Deshalb müssten die Ausgaben reduziert werden. Am leichtesten lässt sich das bei den Gehältern der Spieler bewerkstelligen, die den größten Posten ausmachen. Wehe nur, diese haben keine Lust auf eine Stundung, die am Ende der Saison höchstwahrscheinlich zu einer Kürzung wird.

Der ERC hat sich bei Pielmeier dilettantisch verhalten

Der DEL-Klub aus Ingolstadt hat in einer Pressemitteilung überraschend harte Worte für die Bekanntgabe der Personalie Pielmeier gewählt. Alle anderen Spieler hätten die Tragweite dieser Maßnahme verstanden und sich solidarisch gezeigt. Nur der dienstältester Spieler stehe nicht Schulter an Schulter mit seinem Arbeitgeber und seinen Kameraden. Also muss er weg. Raus aus dem Kader.

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Rrrumms. Das sitzt. Nix verstanden hat er, wie doof, und unsolidarisch ist er auch noch, dieser Pielmeier. Egal, was hinter den Kulissen passiert ist. Egal, wie stur der Torwart sich in den Verhandlungen gestellt haben mag. Egal, ob er vielleicht sogar seinen Abgang provozieren wollte, um woanders anzuheuern. Auf diese Art und Weise den letzten Spieler aus der legendären Meistermannschaft vom Tableau zu wischen ist komplett unnötig.

Es spricht viel Ärger und Verbitterung aus den Zeilen

Im Profisport geht es eben um Geld, Geld und vor allem Geld. Das hätten beide Seiten akzeptieren, eine harmlose Pressemittelung formulieren („... sucht eine neue Herausforderung ...“) und getrennter Wege gehen können.

Aber nein, der ERCI hat den Abschied mit der groben Kelle gewählt. Das ist, immerhin, ehrlich. Es spricht viel Ärger und jede Menge Verbitterung aus den Zeilen. Klug war es deshalb noch lange nicht. Der ERCI hat einen verdienten Spieler wie Pielmeier, der für viele Fans das Gesicht des Vereins war, mit einem kräftigen Tritt in den Allerwertesten vor die Türe gesetzt. Äußerst bemerkenswert.

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