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Pokal
20.04.2018

Unnützes Wissen

Der Moment, in dem der Pokaltraum der Schalker platzte. Schiedsrichter Robert Hartmann hatte ein Handspiel Francesco Di Santos gesehen, unmittelbar bevor dieser den Ball ins Tor schoss. Eine Fehlentscheidung, die den Angreifer zumindest erstaunte.
Foto: Peter Schatz

Nach dem Spiel sieht auch der Schiedsrichter ein, dass er bei einer wichtigen Entscheidung danebenlag. Den Schalkern bringt das allerdings nichts. Sie setzen sich ein neues Ziel

Erst musste er seine Spieler trösten, dann suchte er selbst Zuspruch bei seiner Familie. „Daheim wartet die Frau, unsere Kleine schläft derzeit schlecht. Ich werde sie in den Arm nehmen, dann ist alles gut“, sagte Trainer Domenico Tedesco nach dem bitteren Aus des FC Schalke 04 im Pokal-Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt. Die verpasste Chance zum Einzug ins Endspiel gegen Bayern München am 19. Mai war nicht nur für den 32 Jahre alten Fußballlehrer schwer zu verdauen.

„Natürlich sind alle sehr enttäuscht, weil wir die Chance hatten, nach Berlin zu fahren. Die Jungs wollten unbedingt ins Finale und haben alles rausgehauen“, sagte Sportvorstand Christian Heidel, der nach dem „gefühlten Dämpfer“ gleich wieder nach vorn schaute: „Jetzt ist es besonders wichtig, dass der ganze Verein, die Mannschaft und der Trainer zeigen, dass wir unseren Weg weitergehen wollen.“

Einen „faden Beigeschmack“ hatte der Ausgang der Partie für Tedesco. „Es war kein Handspiel. Unser Problem ist, dass der Schiedsrichter relativ schnell abgepfiffen hat und es keine Möglichkeit gab, auf den Videobeweis zurückzugreifen“, erläuterte der Coach. Die umstrittene Szene in der vierten Minute, der Nachspiel beim Stand von 0:1 nach Luka Jovic’ Treffer (75. Minute), sorgte im ganzen Schalker Lager für Unmut. Schiedsrichter Robert Hartmann hatte ein reguläres Tor des eingewechselten Franco Di Santo wegen angeblichen Handspiels nicht anerkannt. Mit dem 1:1 hätte sich Schalke in die Verlängerung gerettet. Doch weil Hartmann abpfiff, bevor der Ball die Linie überquerte, konnte Video-Assistent Günter Perl in Köln nicht mehr eingreifen und Hartmann seine Entscheidung nicht korrigieren.

„Es war ein reguläres Tor“, schimpfte Di Santo, der den Ball mit der Brust gestoppt hatte. „Ich habe dem Schiedsrichter gesagt, dass er unmöglich ein Handspiel gesehen haben kann. Das ist verrückt.“ Auch Leon Goretzka, der wie viele der Teamkollegen nach dem Abpfiff frustriert auf dem Rasen verharrte, war entsetzt. „Auf diese Art und Weise auszuscheiden, tut sehr weh“, sagte der Nationalspieler, der sich gern mit dem Cup-Triumph gegen seinen künftigen Arbeitgeber FC Bayern aus Schalke verabschiedet hätte. „Der Schiedsrichter muss einfach nur eine Sekunde warten. Für solche Situationen wurde der Videobeweis eingeführt, um die Spiele fairer zu gestalten.“

Laut Heidel hat Hartmann ihm gegenüber anschließend seinen Fehler eingeräumt. Zwar haderten die Knappen mit der Entscheidung, erwiesen sich aber auch als faire Verlierer. „Jetzt alles auf den Schiedsrichter zu schieben, ist immer die einfachste Ausrede. Ich will ihn nicht als Buhmann darstellen oder an den Pranger stellen“, betonte Kapitän Ralf Fährmann. Man habe selbst genügend Chancen gehabt, aber nicht genutzt. „Auch wenn es jetzt schwerfällt, wir können uns mit breiter Brust und einem Riesenherz aus dem Pokal verabschieden, weil wir uns nichts vorwerfen müssen.“

Mit Blick auf den Saisonendspurt will sich der Bundesliga-Zweite schnell wieder aufrappeln. „Wir spielen eine richtig geile und emotionale Saison, es herrscht wieder eine Riesenstimmung auf Schalke. Wir dürfen uns durch so eine bittere Niederlage die Saison nicht kaputt- machen lassen“, appellierte Fährmann. Bereits am Sonntag (18 Uhr) könnte Schalke mit einem Sieg beim Schlusslicht 1. FC Köln den Einzug in die Champions League perfekt machen, wenn Leipzig und Hoffenheim unentschieden spielen und Frankfurt nicht gegen Hertha gewinnt. Tedesco: „Jetzt geht es darum, die Saison mit vier guten Spielen zu krönen.“ (dpa)

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