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Porträt
11.06.2018

Dieser Rugby-Spieler kämpft auf dem Feld gegen Rassismus

Als erster schwarzer Kapitän hat Siya Kolisi am Samstag die Rugby-Nationalmannschaft von Südafrika aufs Feld geführt.
Foto: Gianluigi Guercia, AFP

Siya Kolisi führt als erster dunkelhäutiger Kapitän in der Historie Südafrikas Rugby-Mannschaft an. Motivation schöpft er aus seiner schwierigen Kindheit.

In den Townships, den Elendsvierteln am Ostkap Südafrikas, hat Siya Kolisi die Folgen der Apartheid selbst erfahren – auch wenn sie 1994 offiziell beendet war. Hunger, Armut und Ausgrenzung prägten Kolisis Kindheit. Es war nicht abzusehen, dass er mit 26 Jahren Geschichte im Rugby schreiben würde. In dem Sport, der wie kein zweiter die Rassentrennung in Südafrikas Vergangenheit symbolisiert.

Siya Kolisis Weg ins Nationalteam war steinig

Kolisi hat am Samstag die Springboks, die südafrikanische Nationalmannschaft, beim 42:39-Sieg gegen England als erster dunkelhäutiger Kapitän in ihrer 127-jährigen Geschichte aufs Feld geführt – und das im „Sport der Weißen“. Selbst mit einer Quotenregelung gelang es lange Zeit nicht, dunkelhäutige Spieler ins Team der Springboks zu integrieren. Der Rugbyprofi hat nie in solchen Schubladen gedacht: „Ich sage meinen Mitspielern, sie sollen nie nur für eine Gruppe spielen. Du musst spielen, um für alle Südafrikaner der Beste zu sein. Wir repräsentieren etwas viel Größeres, als wir es uns vorstellen können.“

Natürlich hat die Entscheidung, ihn zum Kapitän zu ernennen, politische Symbolkraft. Natürlich ist sie ein Zeichen gegen Rassismus, der auch 24 Jahre nach dem Ende der Apartheid noch nicht überwunden ist. Vor allem aber hat die Entscheidung sportliche Gründe. Kolisi gilt als einer der besten Flügelspieler der Welt.

Nationaltrainer Rassie Erasmus sagt über seinen Kapitän: „Er ist ein großartiger Spieler, zuverlässig und bescheiden.“ Der Weg dahin war jedoch steinig. Als Zwölfjähriger überzeugt er Scouts, die ihm ein Stipendium und damit den Weg aus der Armut ermöglichen. Drei Jahre später stirbt seine Mutter. Auch Englisch muss der Sportler erst lernen, denn er spricht nur Xhosa, die Sprache seiner Volksgruppe.

Wie Rugby den Rassismus in Südafrika bremsen kann

Seit sechs Jahren spielt Kolisi nun für die Stormers in Kapstadt. 29 Mal stand er für die Nationalmannschaft auf dem Feld. Seine Herkunft aus den Townships motiviere ihn, sagt er. Seinen Leitsatz „Wer rassistisch denkt, schränkt sich und seinen Horizont ein“ lebt Kolisi auch im Privaten.

Seit zweieinhalb Jahren ist er mit Rachel verheiratet – einer Weißen. Sie haben zwei Kinder, zwei Halbgeschwister adoptierte er. Nach der Hochzeit sah sich das Ehepaar rassistischen Anfeindungen ausgesetzt. Von einer „Verschwendung der guten, weißen Gene“ war die Rede. Dass der Rugby-Sport durchaus Südafrika einen kann, bewies er 1995.

Als die Springboks sensationell im eigenen Land Weltmeister wurden, feierte Nelson Mandela auf der Tribüne im Ellis Park in Johannesburg. Er trug ein Trikot mit der Nummer sechs, so wie Kapitän Francois Pienaar.

Es war das erste Mal, dass Weiße und Schwarze zusammen einen Erfolg im Rugby feierten – ein historischer Moment, der im Film „Invictus – Unbezwungen“ festgehalten wurde.

Freiheitskämpfer Mandela, der 2013 gestorben ist, hätte wohl auch am Samstag wieder gefeiert, als Kolisi die Springboks als erster dunkelhäutiger Kapitän aufs Feld führte.

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