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Porträt
06.09.2019

Luca Waldschmidt: schnell, technisch stark, eine Wucht im linken Fuß

Nach der U-21-Europameisterschaft der Männer bekam Waldschmidt Angebote aus ganz Europa.
Foto: Cezaro De Luca, dpa (Archiv)

Luca Waldschmidt könnte zum 102. Debütanten unter Joachim Löw werden. Der Stürmer stand schon einmal im Rampenlicht, ehe er wieder untergetaucht ist.

Er passt ja auch viel besser nach Freiburg als nach Hamburg. Natürlich, als er noch für den HSV in der Bundesliga spielte, nahmen die Fußballfans bundesweit erstmals Notiz von ihm. Am letzten Spieltag erzielte er 2017 den Siegtreffer gegen Wolfsburg – einen Tag nach seinem 21. Geburtstag. Mit seinem ersten Tor in der Bundesliga. Es war der Treffer, der den Hamburgern die zur Gewohnheit gewordene nervenaufreibende Relegation zur zweiten Bundesliga ersparte. Ein Jahr später stieg der HSV erstmals in seiner Geschichte aus der Bundesliga ab. Waldschmidt ließ seinem Tor gegen Wolfsburg keine weiteren folgen und wechselte. Die Geschichte des Fußballs ist voller Sternschnuppen. Tauchen hell und verheißungsvoll auf, um wenig später zu verglühen.

Waldschmidt entwickelte sich zum großen Star der U21-Europameisterschaft

Der HSV spielt immer noch in der zweiten Liga, Waldschmidt steht am heutigen Freitag erstmals im Kader der deutschen Nationalmannschaft, wenn sie in der EM-Qualifikation gegen Holland spielt (20.45 Uhr, RTL). Natürlich in Hamburg. Derlei Späße erlaubt sich der Fußball auch gerne. Waldschmidt ist mittlerweile 23 Jahre alt und somit in einem Alter, in dem sich der Begriff „Talent“ allmählich erübrigt. Obwohl schon 23 Jahre alt, durfte er im vergangenen Sommer noch an der U21-Europameisterschaft mitwirken. Der Fußball eben. Waldschmidt entwickelte sich zum großen Star des Turniers, erzielte sieben Treffer. Mehr gelangen noch nie einem Spieler bei dem Treffen von Europas besten Nachwuchsspielern. Deutschland verlor das Finale, Waldschmidt hatte Angebote aus ganz Europa. Ein überraschender Sprung eines zuvor Unauffälligen? Eher nicht. „Ich habe nicht den einen Sprung beim Turnier gemacht, sondern entwickle mich schon länger, Schritt für Schritt. Das war auch in der letzten Saison schon so und soll jetzt möglichst so weiter gehen.“

Dass er am Freitag gegen Holland spielt, ist trotzdem unwahrscheinlich

Er blieb in Freiburg. Fährt dort gerne mit der Vespa zum Training. Scheut ganz offensichtlich den Weg zum Tätowierer und fällt mit einem Lockenkopf auf, der in der Undercut-Welt der Profis selten geworden ist. Weil Freiburg eben Freiburg ist, ist dort seine vegane Ernährung kein großes Thema. Ebenso wie sein Privatleben. Bekannt ist, dass sein Vater 14 Zweitligaspiele für Darmstadt bestritt. Mit seiner Schwester Lisanne, 20, sowie mit Cousin und Cousine bolzte Luca als Kind im Garten seiner Großeltern. Fertig. Alles normal. Außer Waldschmidts Fähigkeiten. Schnell, technisch stark und eine Wucht im linken Fuß, über die sonst keiner im Kader der deutschen Nationalmannschaft verfügt.

"Er ist noch nicht fertig in seiner Entwicklung", sagt Waldschmidts Vereinstrainer Christian Streich.
Foto: Christian Charisius, dpa

Dass er deswegen am Freitag gegen Holland spielt, ist trotzdem unwahrscheinlich. Einige Spieler stehen zwischen ihm und einem Einsatz. „Er ist noch nicht fertig in seiner Entwicklung“, sagt auch Vereinstrainer Christian Streich. Waldschmidt hat schon einmal gezeigt, dass nicht alles beim ersten Versuch klappen muss.

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