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Confederations Cup

16.06.2009

Prinz Zidan sticht König Kaká aus

Prinz Zidan sticht König Kaká aus
Bild: DPA

Zidan ist solz: Der Ägypter stahl dem großen Brasilianer Kaká die Schau. Seine Mannschaft verlor trotzdem - und legte jetzt Protest ein.

Bloemfontein (dpa) - Ägyptens kleiner Fußball-Prinz stahl sogar dem "königlichen" Kaká die Show. Nicht nur die Umarmung mit dem neuen 65-Millionen-Mann von Real Madrid nach der unglücklichen 3:4-Niederlage gegen Brasilien erfüllte Mohamed Zidan mit viel Stolz.

Auch die Auszeichnung zum "Spieler des Spiels" tat ihr übriges. Der Verlierer Zidan bekam bei der Wahl zurecht den Vorzug vor dem gleichfalls zweifachen Torschützen und Matchwinner Kaká. "Das ist eine große Ehre. Ich bin glücklich über diesen Preis", berichtete Zidan strahlend.

Der nur 1,76 Meter große Angreifer von Borussia Dortmund setzte in Bloemfontein das erste Bundesliga-Highlight beim Confederations Cup. Wie aufgedreht wirbelte er mit seinem Sturmpartner Mohamed Aboutrika Brasiliens müde Abwehrrecken um Kapitän Lucio vom FC Bayern München durcheinander und traf im Free State Stadium sogar mit dem Kopf. "Wir haben ein großes Spiel gezeigt", kommentierte Zidan: "Es ist eine Schande, dass wir in den letzten Minuten noch verloren haben."

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Am zweifachen Torschützen lag es nicht. "Sind Sie der neue Zidane?", fragte ein afrikanischer Reporter in der Pressekonferenz. Der Vergleich mit dem großen Franzosen machte Zidan ein wenig verlegen. "Ich bin stolz, einen Namen wie er zu haben. Zinedine Zidane war der größte Spieler, ich habe ihn bewundert. Aber ich will mir hier einen eigenen Namen in der Welt machen", betonte der Zidan ohne den Buchstaben "e" am Namensende.

Ägyptens Verband legte offiziell Einspruch gegen die Rote Karte für Mohamed Al Muhamadi und den Elfmeter ein, den Kaká in letzter Minute verwandelt hatte. Schiedsrichter Howard Webb (England) hatte nach dem Handspiel von Al Muhamadi auf der Torlinie erst auf Intervention des vierten Offiziellen Matthew Breeze seine erste Entscheidung Eckball korrigiert. "Seit wann gibt es einen Elfmeter aufgrund von TV-Bildern", schimpfte Ägyptens Co-Trainer Shawki Gharib über den nicht regelkonformen Video-Beweis. Dem Protest der Ägypter bei der FIFA werden allerdings kaum Erfolgsaussichten eingeräumt.

Zidan beklagte sich nicht. Er genoss das Rampenlicht auf der Weltbühne Confed-Cup nach einem schweren ersten Jahr in Dortmund. Als Schaufenster für einen Vereinswechsel aber betrachtet er die WM-Generalprobe nicht. "Ich bin glücklich in Dortmund. Die Borussia ist ein großer Club in der Bundesliga. Ich bin wegen Jürgen Klopp aus Hamburg dorthin gegangen. Ich habe sieben Tore geschossen, auch wenn ich nicht immer gespielt habe. Es gibt aber keinen Grund für mich, über einen Wechsel nachzudenken. Ich habe einen Vierjahresvertrag unterschrieben und glaube an meine Zukunft in Dortmund." Weniger gesprächig war Zidan nur, als die Rede auf seine attraktive Freundin kam, die ägyptische Schauspielerin Mai Ez El-Din. Die Hochzeit soll schon in Planung sein. "Das ist privat", bemerkte Zidan lächelnd.

Das Lachen vergangen war bis zum Tor-Happy-End den Brasilianern. Kapitän Lucio prangerte eine zu hohe Belastung der Top-Spieler an. "Es ist zu viel, wir sind keine Maschinen." Vor dem Confed-Cup mussten Kaká & Co. zunächst noch für zwei WM-Qualifikationsspiele nach Südamerika jetten. Auch Nationaltrainer Carlos Dunga übte darum Nachsicht: "Die Spieler sind müde. Sie brauchen Schlaf."

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