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Radsport
19.09.2019

22-Jähriger aus Neusäß will die Radsportwelt erobern

Mit Georg Zimmermann will sich ein Radfahrer aus der Region Augsburg in der Profiszene einen Namen machen. Zunächst muss er sich in seinem polnischen Team CCC behaupten.
Foto: Martin Granadia

Im nächsten Jahr startet Georg Zimmermann für das polnische Profiteam CCC. Was sich für den 22-jährigen Neusässer verändert und wo er die größte Herausforderung sieht.

Hainhofen. Ein Neusässer Stadtteil, zehn Kilometer westlich von Augsburg. Von hier aus also versucht Georg Zimmermann die Radsportwelt zu erobern. Er sitzt auf der Holzterrasse seines Elternhauses, blinzelt leicht, sobald ein Sonnenstrahl den Weg durchs Schatten spendende Geäst findet. Zimmermann, 22 Jahre jung, wirkt glücklich. Und das hat einen Grund.

Anfang August erfüllte sich für ihn ein Traum: Er unterschrieb einen Vertrag als Radprofi. Mit seinem Berater Christian Baumer traf sich Zimmermann am Bodensee zum Essen, dort unterzeichnete er die Arbeitspapiere. Fünf Jahre lang hätte er überlegt, wie sich das anfühlen würde, erzählt Zimmermann. Nun spricht er von einer „sehr großen Erleichterung“.

Georg Zimmermann wechselt ins Profilager

Am Freitag, 27. September, streift sich Zimmermann ein letztes Mal das hautenge deutsche Nationaltrikot der U23 über, im englischen Yorkshire fährt er um den WM-Titel auf der Straße. Danach wechselt er vom Nachwuchs- ins Profilager. Ein nahtloser Übergang. Ohne Wartezeit. Ohne Umwege. Wie er es sich gewünscht hat. Untergekommen ist Zimmermann im CCC Team. Offiziell ein polnischer Rennstall, mit Sitz im amerikanischen Santa Rosa. Zwischen 150 und 190 Tage wird Zimmermann mit diesem Team unterwegs sein. Branchenüblich ist für einen Profieinsteiger wie ihn ein jährliches Grundgehalt von rund 60.000 Euro.

Interessenten gab es viele, Zimmermann entschied sich bewusst für dieses Team. Ob die Entscheidung die richtige war, hängt davon ab, ob der 22-Jährige Fuß fasst. Fortwährend muss er sich gegen Konkurrenz behaupten – intern und extern. Zimmermann hofft, seine Stärken zeigen zu können. Als drahtiger Kletterspezialist bringt er die körperliche Konstitution für mehrwöchige Rundfahrten und anspruchsvolle Tagesrennen mit. Nutzt er diese Bühne, rückt er in der Teamhierarchie nach oben. Wie schwierig das wird, kann er nicht beurteilen. „Ich weiß nicht wirklich, auf welches Niveau ich treffe“, betont er. Mittelfristig setzt sich der Spitzensportler die Tour de France als Ziel. Zimmermann ist ehrgeizig, dass er bereits 2020 zum Starterfeld zählt, bezeichnet er selbst aber als „unwahrscheinlich“.

Unter dem früheren Namen BMC Racing Team feierte Zimmermanns künftiger Arbeitgeber seinen größten Erfolg. 2011 sicherte sich der Australier Cadel Evans den Gesamtsieg der Frankreich-Rundfahrt. An derartige Triumphe denkt Zimmermann heute noch nicht – auch wenn die Voraussetzungen günstig erscheinen. Schon im Kindesalter ließ er sich für Ausdauersport begeistern, als Leichtathlet glänzte er über die Mittel- und Langstrecke.

Mit zehn Jahren nahm Georg Zimmermann erstmals an einem Radrennen teil

Erstmals an einem Radrennen nahm er als Zehnjähriger in Aichach teil. Er habe aber nicht gewonnen, wirft das Radsporttalent grinsend ein. Die Siege folgten später. Gefördert und gefordert wurde er als Fahrer der E-Racers Augsburg, die bayernweit für erfolgreiche Jugendarbeit stehen. Dass neben Zimmermann mit dem Augsburger Marco Brenner ein ehemaliges Vereinsmitglied der E-Racers in der Juniorenklasse an der WM teilnimmt, entspringt keinem Zufall.

Aktuell fährt Zimmermann für das zweitklassige Team Tirol KTM aus Österreich. In dessen Trikot hat er sich empfohlen. Vor allem aber hat er bewiesen, dass er mit Druck der Konkurrenz umgehen kann. Auf der diesjährigen Österreich-Rundfahrt sicherte sich Zimmermann das Bergtrikot, die Tour de l’Avenir – die Tour de France für U23-Fahrer –, beendete er als Gesamtfünfter. Mit Nachdruck sagt Zimmermann: „Ich wollte zeigen, dass ich mich nicht auf meinem Profivertrag ausruhe.“

Sein Leben will der Neusässer nicht komplett verändern. Weiterhin wird er Internationales Management an der Fernuniversität Ansbach studieren; ebenso wird sich sein Trainingsumfang von rund 25.000 Kilometern im Jahr nicht wesentlich vergrößern. Neu ist hingegen, dass Zimmermann zu Rennorten fliegt und permanent seinen Aufenthaltsort angeben muss. Für den Fall, dass die Nationale Antidoping Agentur kontrollieren will. Zimmermann nimmt das in Kauf, alle sollen sich schließlich an die Regeln halten. „Nur so ist es möglich, einen Großteil der Betrüger aufzudecken.“

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