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Radsport
23.07.2020

Rick Zabel kann sich Abbruch der Tour de France vorstellen

Radprofi Rick Zabel hat große Zweifel daran, ob die Tour de France in Zeiten von Corona wie geplant stattfinden kann.
Foto: Arne Dedert, dpa

Exklusiv Der Sohn von Erik Zabel äußert Zweifel daran, ob die Tour in Zeiten von Corona stattfindet. Bei Infektionen im Fahrerlager bleibe nur ein vorzeitiges Ende.

Radprofi Rick Zabel hat große Zweifel daran, ob die Tour de France in Zeiten der Corona-Pandemie wie geplant stattfinden kann: "Das ganze Konzept ist fragil", sagte der 26-Jährige der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstagsausgabe). Eine Infektion im Fahrerlager könne aus seiner Sicht das Aus für das berühmteste Radrennen der Welt bedeuten, das Ende August starten soll: "Ich kann mir vorstellen, dass unter Umständen auch eine Tour de France abgebrochen werden muss. Wenn Fahrer positiv getestet werden, bleibt eigentlich nichts anderes übrig."

Schon den Start der Tour sieht der Sohn von Erik Zabel kritisch: "Als ich den Hygienekatalog für uns Fahrer gesehen habe, war meine erste Reaktion: Wenn es so kompliziert ist, ein Radrennen stattfinden zu lassen, dann sollten wir uns vielleicht überlegen, ob wir das auf nächstes Jahr verschieben." Allerdings kann Zabel die wirtschaftlichen Zwänge nachvollziehen: "Wenn man sich rein denkt in die ganze Sache wird schnell klar, dass viele Teams in Probleme kommen, wenn die Tour nicht stattfindet. Es kann ja nicht das Ziel sein, den Radsport um Jahre zurückzuwerfen, weil alle Sponsoren aussteigen."

Die Doping-Vergangenheit begleitet auch die Tour de France

Allgemein glaubt Zabel, dass der Radsport wegen des jahrelangen systematischen Dopings vieler Top-Fahrer ein Glaubwürdigkeitsproblem hat: "Mit der Vergangenheit, die wir haben, ist der Verdacht auf den ersten Blick nachvollziehbar." Auch er ertappe sich bei Zweifeln über die Leistungsfähigkeit seiner Konkurrenten: "es gibt Tage, da kommt man total erschöpft ins Ziel, schaut sich seine Werte an und sieht, dass es eigentlich ein guter Tag war. Trotzdem hat man eine halbe Stunde auf den Sieger verloren – dann fragt man sich schon, ob das alles mit rechten Dingen zugeht. Diese Gedanken und Zweifel hat man." Zugleich schränkte der Fahrer des Teams Israel Start-Up Nation auch ein: "Es gibt mittlerweile fast keine andere Sportart, die einen so rigorosen Anti-Doping-Kampf betreibt. Deshalb würde ich sagen, dass der Radsport vielleicht sogar der sauberste Sport ist, den es momentan gibt."

Lesen Sie hier das komplette Interview mit Rick Zabel über die Tour de France: "Da hasst man es, Teil des Events zu sein"

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