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TSV 1860 München

23.05.2018

Relegation: Für die Löwen geht es jetzt um alles oder nichts

Trainer Daniel Bierofka will mit dem TSV 1860 München in die 3. Liga aufsteigen. Ob das klappt, entscheidet sich für den Meister der Regionalliga Bayern in zwei Spielen gegen den 1. FC Saarbrücken.
Bild: Lennart Preiss, Witters

Für den TSV 1860 entscheidet sich die Saison: In zwei Spielen muss gegen Saarbrücken der Aufstieg in die 3. Liga her – sonst geht „erst mal die Welt unter“.

Unter Löwen-Fans gilt der 2. Juni 2017 als „schwarzer Freitag“. An diesem Tag stand fest, dass der TSV 1860 München keine Lizenz für die dritte Liga erhalten hatte und zum Amateurklub werden würde. Der stolze Verein, Meister des Jahres 1966, stand vor dem Nichts. Der Fall ins Bodenlose drohte. In welcher Liga, mit welcher Mannschaft und in welchem Stadion der Klub künftig antreten sollte, war völlig unklar. Fast ein Jahr ist diese Stunde null jetzt her.

An diesem Mittwoch sitzt Daniel Bierofka als Trainer der Löwen in einem Saarbrücker Hotel. Ob der TSV 1860 mit einer einjährigen Verspätung nun doch in der 3. Liga antreten wird, entscheidet sich in zwei Spielen: Am Donnerstag um 17.30 Uhr (BR) findet das Hinspiel beim 1. FC Saarbrücken statt, bevor es am Sonntag um 14 Uhr zur Entscheidung im Grünwalder Stadion kommt. Der Druck ist enorm: Beide Mannschaften sind zwar in ihrer Regionalliga Meister geworden. Doch die seltsame Regelung des Deutschen Fußball-Bundes sieht vor, dass nur ein Team aufsteigen kann. Für einen der beiden Klubs wird die Meisterschaft also wertlos sein.

Bierofka versucht, seiner Mannschaft den Druck zu nehmen

Bierofka will davon nichts hören: „Im Sommer lag alles am Boden. Dass wir überhaupt hier sitzen und die Chance haben, ist eine große Leistung. Wir können die Saison jetzt krönen und all das, was zuvor passiert ist, vergessen machen. Das ist doch ein positiver Druck.“ Der Trainer ist sichtlich bemüht, seiner jungen Mannschaft den Druck zu nehmen. Vor rund einem Monat hörte sich das bei Bierofka noch etwas anders an. Vor dem Spiel seiner Mannschaft gegen die Reserve des FC Augsburg hatte der 39-Jährige zu einem möglichen Scheitern in der Relegation noch gesagt: „Sollte es soweit kommen, bricht erst mal eine Welt zusammen. Aber wir können es nicht ändern. Die Regel ist so.“

Mit diesem Druck müssen Bierofkas Schützlinge nun umgehen. Viele Stammspieler, wie der 21-jährige Torwart Marco Hiller oder der 23-jährige Kapitän Marco Weber liefen in der vergangenen Saison noch für die zweite Mannschaft der Löwen auf. Die Reserve war über Nacht zur ersten Mannschaft geworden, weil nahezu die komplette Profi-Truppe den Klub verlassen hatte. Nur Ex-FCA-Stürmer Sascha Mölders und Abwehrspieler Jan Mauersberger blieben beim Klub. Timo Gebhart, ein Spieler mit Bundesligaerfahrung, fällt gegen Saarbrücken aus. Mit Ausnahme von Mölder, Mauersberger, Gebhart und dem ehemaligen Bielefelder Michael Görlitz ist kein Spieler im Kader älter als 25 Jahre.

Bierofka weiß selbst: Eine weitere Saison in der Regionalliga wäre angesichts der langfristigen Ambitionen des Vereins gefährlich. Denn die Rückkehr in den Profifußball ist das erklärte Ziel, jedes weitere Jahr in der Amateurliga würde die Aufbruchstimmung lähmen. Immerhin: Der für seine Launen bekannte Investor Hasan Ismaik hatte vor einigen Wochen die Zusage gegeben, dass die kommende Saison gesichert ist – egal, ob der Klub in der Regionalliga Bayern oder der 3. Liga spielt. Ermöglicht wurde das dadurch, dass der Jordanier ein eigentlich fällig gewordenes Darlehen umgehend verlängerte.

Aus Sicht der Löwen ist Saarbrücken der Favorit

Aus sportlicher Sicht wartet auf den TSV 1860 eine schwere Aufgabe: Saarbrücken wurde in Regionalliga Südwest souverän Meister. Die Stürmer Kevin Behrens und Patrick Schmidt trafen in der Liga jeweils 19 Mal. Beide wechseln nach der Saison in die zweite Liga: Schmidt nach Heidenheim, Behrens nach Sandhausen. Bierofka versucht, die Favoritenrolle an die Saarländer zu schieben – zum Unverständnis seines Trainerkollegen Dirk Lottner: „Beide Vereine haben eine ähnlich starke Saison gespielt, beide haben ein ähnliches Budget.“ Zudem mussten die Saarbrücker erst am Montag das letzte Spiel bestreiten: Das Finale des Saarlandpokals ging 0:1 verloren. Die letzte Partie der Löwen, ein 4:1-Sieg gegen Bayreuth liegt fast zwei Wochen zurück.

Wie Sie die Relegation des TSV 1860 gegen Saarbrücken sehen können, sehen Sie hier. 

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Die Diskussion ist geschlossen.

24.05.2018

Die 60zger solln sich blos nicht so anstellen. Die sind doch selber schuld dass Regionalliga Bayern und wenn es jetzt mit dem Aufstieg in die 3. Liga nichts wird dann müssen sie halt noch mal ein Jahr in der Regionalliga Bayern spielen.

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