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15.06.2018

Risiko fürSeppeltzu groß

Hajo Seppelt

ARD-Dopingexperte

Die Entscheidung ist gefallen: ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt wird nicht zur WM nach Russland reisen, wie das Erste und der Reporter gemeinsam mitteilten. „Die Sicherheit von Hajo Seppelt steht bei uns an erster Stelle“, teilte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky mit. Der 55-jährige Seppelt hatte wesentlich zur Aufklärung des systematischen Sportbetrugs in Russland beigetragen und gilt deshalb in dem WM-Ausrichterland als Staatsfeind. Dem Berliner Journalisten war im Mai das Visum für die WM verweigert worden. Diese Entscheidung war – auch auf internationalen Druck – von Russland wieder zurückgenommen worden. Der Berliner sollte im Falle einer Einreise aber zu den laufenden russischen Ermittlungen gegen den Doping-Kronzeugen Grigori Rodschenkow vernommen werden.

„Ich bedaure die Entwicklung, aber trage die Entscheidung mit“, sagte Seppelt. „Den Sicherheitswarnungen des Bundeskriminalamtes kann ich mich nicht verschließen. Insgesamt ist es eine besorgniserregende Entwicklung für den Sportjournalismus, wenn die Ausübung des Jobs bei der Fußball-WM mit kaum kalkulierbaren Risiken und womöglich folgenschweren Konsequenzen verbunden ist.“ Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sieht die Fifa in der Verantwortung: „Der Weltfußballverband muss dafür sorgen, dass Journalistinnen und Journalisten die Möglichkeit haben, frei und ungehindert über die Spiele, aber auch über Land und Leute berichten zu können“, sagte der Bundesvorsitzende Frank Überall. Das gelte nicht nur für Russland, sondern auch für künftige Austragungsländer der Weltmeisterschaft. „Wenn ein renommierter Sportjournalist, der viele Dopingfälle aufgedeckt hat, aus Sicherheitsgründen auf die Reise nach Russland verzichten muss, ist etwas faul an der Auswahl der Gastgeber durch die Fifa.“ Die Fifa müsse ernsthaft darüber nachdenken, ob autokratische Regime oder Diktaturen, die die Pressefreiheit mit Füßen treten, die Fußball-WM durchführen dürften. Das gelte auch für Katar, wo die nächste WM stattfinden soll. (dpa)

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