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Söder: Müssen auf Dauer über "Sonderoptionen" für Geimpfte reden

FC Augsburg

05.01.2019

Schon wieder

Caiuby stellte sich vergangenen November den Medien. Zwei Monate später gibt es erneut Gesprächsbedarf. Ob und wann sich der Brasilianer aber äußern wird, ist noch vollkommen offen.
Bild: Ulrich Wagner

Caiuby reist nicht mit der Mannschaft ins Trainingslager. Er befindet sich noch in Brasilien. Der FCA muss nun die Frage beantworten, wie er auf die erneute Undiszipliniertheit reagiert

Als der Tross des FC Augsburg am Freitag mit einstündiger Verspätung (das Flugzeug musste noch enteist werden) mit der Boeing 737 der Norwegian Airlines von München Richtung Alicante abhob, blieben drei Plätze frei. Alfred Finnbogason, Philipp Max und Caiuby traten die Reise in das achttägige Trainingslager vorerst nicht an. Während Finnbogason (er wurde am Donnerstag zum zweiten Mal Vater) und Max (er leidet an einer Magen-Darm-Grippe) triftige Gründe hatten und eventuell schon am Samstag nachkommen, ist das Fehlen von Caiuby, der noch in Brasilien ist, wieder einmal für die FCA-Verantwortlichen ärgerlich.

„Er muss zu Hause noch private Angelegenheiten regeln“, erklärte Stefan Reuter kurz vor dem Einchecken am Gate 26. Näher wollte der FCA-Geschäftsführer Sport auf die Gründe nicht eingehen. „Privates bleibt privat.“ Allerdings ist es kein Geheimnis, dass Caiubys Sohn mit seiner Mutter in Brasilien lebt. Dass das wiederholte Fernbleiben des Brasilianers Reuter gar nicht gefiel, war aber nicht zu übersehen. Auf die Frage, ob Caiuby Konsequenzen drohen, wollte Reuter direkt am Flughafen nicht näher eingehen. „Das besprechen wir, wenn er da ist.“

Es ist schon das zweite Mal innerhalb weniger Monate, dass Caiuby den Trainingsauftakt seiner Mannschaft verpasst. Im Sommer fehlte der Brasilianer beim Start in Augsburg. Bis der Verein mit ihm Kontakt aufnehmen konnte, um wenigstens zu erfahren, wo er überhaupt war, dauerte es mehrere Tage. Der 30-jährige Offensivspieler erhielt eine saftige Geldstrafe. Stefan Reuter sagte damals, das sei der teuerste Urlaub seines Lebens gewesen.

Und auch Anfang Januar 2017 gab es Ärger mit Caiuby. Er war damals am Knie verletzt und verlängerte seine Reha in Brasilien eigenmächtig. Reuter war damals wütend: „Bei uns gibt es freie Arztwahl, aber er hätte uns informieren müssen.“

Caiuby ist derzeit das große Sorgenkind des Vereines. So wurde er vom Augsburger Amtsgericht vor kurzem wegen Schwarzfahrens zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Zudem läuft auch noch ein Verfahren wegen einer angeblichen Körperverletzung. Ärger gab es auch, weil Caiuby Ende Oktober wenige Minuten zu spät zu einer Videoanalyse des Teams erschien. Innerhalb der Mannschaft führte das zu Kritik.

Es ist derzeit keine einfache Zeit beim FCA. Nicht nur, dass man nach einer punktemäßig unbefriedigenden Vorrunde auf Tabellenplatz 15 nur knapp vor den Abstiegsplätzen liegt, auch kriselt es auf der Torhüterposition. Weder Fabian Giefer noch Andreas Luthe konnten die Erwartungen, die die Verantwortlichen in sie gesetzt hatten, genügend erfüllen. Nicht anders ist es zu erklären, dass der FCA am Donnerstag die Verpflichtung des Schweizer Torhütertalents Gregor Kobel bekannt gab. Der 21-Jährige ist vorerst für ein halbes Jahr von der TSG 1899 Hoffenheim ausgeliehen. Sein Berater Philipp Degen postete auf Instagram: „… und wird dort in der Rückrunde als No. 1 im Tor stehen.“

Die designierte Nummer eins reiste am Freitag schon mit seinen neuen Kollegen nach Spanien. Auch Andreas Luthe war mit von der Partie. Ob er allerdings in der Rückrunde dem FCA noch zur Verfügung stehen wird, ist anscheinend aber nicht sicher. Die Bild berichtet von einem „lukrativen“ Angebot aus der amerikanischen Profi-Liga MLS, die Anfang März in die neue Saison startet. Luthe, dessen Vertrag beim FCA 2020 endet, wollte den Bericht nicht kommentieren. „Ich plane derzeit meine Zukunft. Ich bin im ständigen Austausch mit dem FCA. Die Karten liegen auf dem Tisch. Man wird sehen, wo die Reise hingeht.“ Jetzt erst einmal nach Spanien, in den Küstenort Algorfa, der rund 45 Autominuten von Alicante entfernt liegt.

Übrigens saßen am Freitag auch Fans des FC Ingolstadt und Schalke 04, die sich wie der FCA an der Costa Blanca vorbereiten, im Flugzeug nach Spanien. „Das ist ja ein richtiger Krisenflieger“, witzelte ein Spieler des FCA auf dem Weg zu seinem Sitzplatz.

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